Wer ist der Grabschänder?

Zeppelinheim: Unbekannter rast über Friedhofs-Gräber 

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Fassungslos: Friedhofschef Peter Viehmann zeigt auf die Reifenspur auf einem der Gräber über die der Täter gefahren ist.

Neu-Isenburg – Wahrscheinlich mit einem Geländemotorrad ist ein bislang noch unbekannter Täter mitten in der Nacht quer über den Waldfriedhof in Zeppelinheim gebrettert. Dabei wurden drei Gräber beschädigt. Ein ähnlicher Fall ereignete sich bereits vor ein paar Jahren. Von Dirk Beutel

Diese Tat erschüttert! Ein bislang noch Unbekannter ist in der Nacht vom 6. auf den 7. Mai vermutlich mit einem Geländemotorrad quer über den Waldfriedhof in Zeppelinheim gebrettert und hat die Anlage regelrecht durchpflügt. „Dieser Fall hat eine besondere Qualität“, sagt der Geschäftsführer des Zweckverbandes Friedhof- und Bestattungswesen Neu-Isenburg und Dreieich, Peter Viehmann, der schon einige Fälle von Vandalismus erlebt hat. Bei seiner makabren Tour drehte der Täter mehrere Runden über den Friedhof, ließ an einigen Stellen die Reifen durchdrehen, drehte sich im Kreis, fuhr quer über Wiesenflächen und raste dabei auch noch über drei Gräber hinweg. Viehmann: „Das ist für die Angehörigen ein großer Schock.“ Der Schaden: Nach Angaben des Zweckverbandes etwa 1000 Euro. „Es geht aber nicht um den materiellen Schaden, sondern um die Art und Weise wie die Totenruhe gestört wurde“, sagt Viehmann. Kopfschüttelnd sucht der Friedhofschef nach einem Motiv: „Es ist mir unbegreiflich, was derjenige damit bezwecken wollte. Er ist hier sinnlos kreuz und quer drüber gefahren.“

Gleiche Gräber vor zwei Jahren beschädigt

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Bizarr: Ein ähnlicher Fall passierte laut Viehmann vor etwa zwei Jahren. Und damals waren dieselben drei Gräber betroffen. Das bestätigt die Sprecherin des Polizeipräsidiums Südosthessen, Andrea Ackermann. Doch auch sie hat keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich des Motivs: „Wir gehen nicht davon aus, dass der Täter die Gräber gezielt beschädigen wollte. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich hierbei um jemanden handelt, der ungestört und im Schutz der Dunkelheit seine Runden drehen wollte.“ Die regionale Ermittlungsgruppe Dreieich geht dem Fall nach. In der Tat liegt der Waldfriedhof abgeschieden. Das nächste Wohnhaus liegt mehrere hundert Meter entfernt. „Und selbst wenn jemand etwas gehört haben sollte, müsste man die Geräusche erstmal mit dem Friedhof in Verbindung bringen“, sagt Viehmann. Abschließen wolle er den Friedhof nach der grotesken Tat nicht: „Wenn, dann müssten wir das für alle acht Anlagen machen für die wir zuständig sind und das kostet. Außerdem kann ein abgeschlossenes Tor oder die Mauer niemanden abhalten, der hier rein will.“

500 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt

Der Zweckverband hat Anzeige bei der Polizei wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung erstattet. Außerdem hat er für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt. Wer Angaben zu der Tat machen kann, meldet sich unter der Telefonnummer (06102) 731650 oder bei der Polizeistation Neu-Isenburg unter S (06102) 29020

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