Wirrwarr-Studie: Kreis Offenbach landet trotz Traumzahlen auf dem letzten Platz

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Zum Haareraufen oder nur ein Statistikfehler? Laut einer Studie sollen soll es in Stadt und Kreis Offenbach besonders viele Jugendliche ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz geben.

Offenbach/Kreis Offenbach – Wenn es um Jugendliche ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz geht, dann liegen Stadt und Kreis Offenbach bundesweit auf dem jeweils letzten Platz. Das wird im Deutschen Lernatlas der Bertelsmannstiftung behauptet. Von Christian Reinartz

Ralf Geratz-Krambs, Sprecher des Kreises Offenbach, stellt klar: „Unsere Zahlen bei den Jugendlichen ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz sind ausgesprochen gut und liegen weit unter dem Hessendurchschnitt.“ Lediglich 18 Jugendliche fielen demnach im vergangenen Jahr in diese Kategorie.

Trotzdem behauptet Offenbachs Stadtrat Paul-Gerhard Weiß: „Da werden Werte genommen, die überhaupt nicht zu Offenbach gehören. Offenbach wäre gar nicht so schlecht, wenn nicht noch die Zahlen des Kreises rein gerechnet würden.“

Die vom Kreis vorgelegten Zahlen sprechen für sich: Demnach liegt die Quote der Jugendlichen ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz auf einem ausgesprochen guten Wert. „Wir haben im vergangenen Jahr lediglich 18 davon gehabt“, sagt Krambs: „Trotzdem haben wir den letzten Platz, nur weil die Studie bei uns die Zahlen der Stadt Offenbach dazugerechnet hat. Das ist enttäuschend.“

Bertelsmann-Stiftung räumt Ungenauigkeiten ein

Schützenhilfe erhält der Kreis vom Leiter des Schulamts für Stadt und Kreis Offenbach, Peter Bieniussa: „Mich wundert das schlechte Ergebnis in der Stadt Offenbach nicht. Dort haben wir eine besonders schwierige Situation. Wir haben viele frisch zugewanderte Jugendliche ohne Kenntnisse, die das natürlich nach unten ziehen.“ Beim Kreis hingegen sei die schlechte Wertung ungerechtfertigt.

Miika Blinn, bei der Bertelsmann-Stiftung für die Studie verantwortlich, räumt Ungenauigkeiten ein: „Wir können uns natürlich nur auf die Zahlen beziehen, die uns die Arbeitsagentur liefert. In diesem Fall wurden da tatsächlich die Zahlen zusammengeschmissen.“

Der Kreis hat unterdessen noch mehr an der Studie zu bemängeln. So stimmten die Zahlen der Engagierten bei den Feuerwehren von eigenen Erhebungen deutlich. Falsch sei auch der Wert beim Punkt „Sportvereine in der Region pro Einwohner“, so Krambs. Ohne diese Ausreißer nach unten, läge man sicherlich in der oberen Hälfte der Studie.

Landrat Oliver Quilling ist deswegen sauer: „Dass es bei einem bundesweiten Ranking zu solchen, doch sehr auffälligen Fehlern kommen konnte, spricht nur bedingt für die Sorgfalt, die auf die Recherche und Überprüfung der einzelnen Zahlen verwendet wurde.“

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