Wirbelschleppen über Rhein-Main

Flugzeug reißt Dachziegel von Flörsheimer Hausdach

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Der Flörsheimer Guido Schlüter hat die Schäden dokumentiert.

Flörsheim - In den vergangenen Tagen haben landende Maschine mehrere Hausdächer in Flörsheim stark beschädigt. Schuld sind Wirbelschleppen. Verletzt wurde zum Glück bislang niemand. Von Norman Körtge

Mit den beiden Schäden an Ostern und den Tagen danach wurden allein in diesem Jahr seit Februar schon an mehr als fünf Hausdächern in Flörsheim Schäden infolge von Wirbelschleppen festgestellt. Bei Wirbelschleppen handelt es sich um gegenläufig drehende Luftverwirbelungen hinter Flugzeugen. Wirbelschleppen hinter niedrig fliegenden Flugzeugen können bis zum Boden reichen und so auch an Hausdächern erhebliche Schäden verursachen.

Unbedingt die Polizei informieren

Um eine möglichst lückenlose Dokumentation aller Schäden infolge von Wirbelschleppen zu erhalten, bittet Bürgermeister Michael Antenbrink im Schadensfall unbedingt die zuständige Polizeistation Flörsheim und nach Möglichkeit auch die Stadtverwaltung Flörsheim, dort Frau Semah Güven unter der Rufnummer 06145 955-214, zu verständigen. Die Polizeistation Flörsheim und die Stadtverwaltung verfügen über die nötigen Informationen, um eine schnelle Reparatur von Schäden durch die Fraport AG in die Wege zu leiten.

Wirbelschleppen-Schäden in Flörsheim

Flugzeug-Wirbelschleppe reißt Ziegel von Flörsheimer-Dach

Wie das Luftfahrt-Bundesamt auf Nachfrage dem Flörsheimer Bürgermeister mitteilte, ist das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung für die Sicherheit im Luftverkehr und damit für die Gefährdung durch Wirbelschleppen zuständig. „Mit dem lang anhaltenden Ostbetrieb steigt offensichtlich die Zahl der Wirbelschleppenschäden in Flörsheim bedrohlich an. Es ist wichtig, dass wir dies möglichst sorgfältig dokumentieren. Wir brauchen diese Dokumentation, um dem zuständigen Ministerium in Wiesbaden die Frage mit dem nötigen Nachdruck zu stellen, was man in Wiesbaden gegen die wohl offensichtliche Gefährdung von Bürgerinnen und Bürgern in Flörsheim zu tun gedenkt“, bittet Bürgermeister Michael Antenbrink um Mithilfe. Um den jeweiligen Schaden einem konkreten Flugzeug zuordnen zu können, wäre die möglichst genau Angabe des Zeitpunktes von großer Wichtigkeit, erläuterte der Flörsheim Bürgermeister darüber hinaus.

Fraport reagiert

Die Fraport AG wird mit Verantwortlichen der Städte Flörsheim und Raunheim Gespräche zum Thema Wirbelschleppen führen. Dies kündigte ein Fraport-Sprecher am Sonntag an. Ziel müsse es sein, gemeinsam eine umfassende Situationsanalyse vorzunehmen, die Lage an anderen, vergleichbaren Flughäfen zu betrachten und mögliche Maßnahmen zu erörtern. "Wir wollen hier schnellstmöglich ein gemeinsames Vorgehen definieren", betonte der Sprecher. Außerdem werde Fraport das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eng in die Analyse der Ursachen von Wirbelschleppen einbeziehen. "Wirbelschleppen, deren Entstehung und geeignete Gegenmaßnahmen sind ein Thema, zu dem wir weitere Erkenntnisse gewinnen müssen und gewinnen werden", sagte der Sprecher. "Das wollen wir gemeinsam mit den hierfür verfügbaren Experten erreichen." Fraport werde darüber hinaus kurzfristig auf die Besitzer von besonders exponierten Häusern zugehen, um die Lage vor Ort aufzunehmen und mögliche Maßnahmen mit Experten zu erörtern. Besorgten Eigentümern bietet Fraport darüber hinaus Dachinspektionen an, die durch von Fraport beauftragte Dachdeckermeister durchgeführt werden.

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