Erneuter Streit

Freitagsmarkt: Jetzt geht‘s am Luisenplatz weiter

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Der idyllische Luisenplatz im Nordend ist unter den Anwohnern beliebt. Doch freitags pilgern hunderte Besucher des Marktes auf die kleine Fläche.
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Frankfurt - Der Freitagsmarkt auf dem Friedberger Platz sorgt mal wieder für Streit. Jetzt ziehen die Besucher in Massen an den nahegelegenen Luisenplatz – Anwohner sind verärgert. Von Angelika Pöppel

In den vergangenen Wochen tummelten sich bis zu 2500 Frankfurter auf dem Friedberger Platz im Nordend. Das gute Wetter sorgte für Besucherrekorde. Doch dem beliebten Treffpunkt zum Freitagsmarkt droht nun wieder das Aus. Denn: Die Besucher verlassen zwar ab 22 Uhr den Platz, einige ziehen jedoch weiter. Neues Ziel: Der nahegelegene Luisenplatz. „Bis in die frühen Morgenstunden wird dort gefeiert, getrunken und viel Müll hinterlassen. Anwohner fühlen sich gestört“, sagt Boris Konopka, Mitglied der Initiative Pro Freitagsmarkt.

Verlegung des Marktes auf Mittwoch gefordert

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Aus für den Freitags-Markt

Die Befürworter des urbanen Treffpunkts hatten es bereits im vergangenen Jahr geschafft, dass die Stadt den Markt nicht auf

Mittwoch verlegt. Mobile Toiletten und zahlreiche Mülleimer wurden aufgestellt, die Müllabfuhr reinigt den Platz ab 22 Uhr und vertreibt auch so die hartnäckigsten Besucher. Aufgrund der neuen Entwicklungen ist der Markt erneut in Gefahr. Am vergangenen Dienstag trafen sich Vertreter der Stadt, Befürworter und Gegner, darunter Anwohner und Gastronomen zum Runden Tisch. Einige Anwohner wollen weitere Lärmschutz-Maßnahmen nicht mehr mitmachen und fordern die Verlegung des Marktes. Die Befürworter glauben, dass ein Müllwagen auch auf dem Luisenplatz ab 22 Uhr Sinn macht. „Wir müssen einfach mehr aufklären. Die Meisten wissen gar nicht, dass sie auch am Luisenplatz nicht uneingeschränkt feiern dürfen“, sagt Konopka.

Appell an Marktbesucher

Die Marktbeschützer hatten im Vorfeld Kontakt zu verschiedenen Lokalen aufgenommen, damit der Außenverkauf am Luisenplatz um 22 Uhr eingestellt wird. Sie sind zuversichtlich: „Wir haben damals auch nicht gedacht, dass die Leute wirklich ab 22 Uhr den Friedberger Platz verlassen und heute funktioniert es wunderbar“, sagt Konopka. Ortsvorsteherin Karin Guder pocht auf ein Verbot des öffentlichen Alkoholausschanks und will keine Außengastronomie nach 22 Uhr. Befürworter Konopka appelliert dagegen an die freiwillige Beteiligung der Frankfurter, aber auch an die Toleranz der Anwohner: „Der Treffpunkt ist nur im Sommer ein Thema. Von drei Monaten im Jahr, sind das gerademal höchstens zwölf Freitage, die zur Diskussion stehen.“ Bei der vierstündigen Sitzung kam es zu keinem Ergebnis.

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Angelika Pöppel

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