Wenn der Nachbar zum Feind wird

Der Höhepunkt ist der 27. Dezember gewesen. Da muss die Polizei gleich mehrfach in das Haus in der Ludwigstraße in Hanau-Steinheim kommen. Der Mann, der zwischen Smith und Thomas Lohfink wohnt, rastet völlig aus.

Lohfink: "Er warf Glas, Kabel und Teelichter aus dem Fenster, schrie wie am Spieß und zerschmiss Glas." Die herbeigerufene Polizei beschwichtigt immer wieder, nimmt den gelernten Metzger auch einmal mit aufs Revier, aber mehr können die Beamten gegen den Arbeitslosen nicht tun. In einem Schreiben an die Baugesellschaft Hanau hat Lohfink jetzt auf die Probleme hingewiesen.Dem EXTRA TIPP teilt eine Sprecherin der Baugesellschaft mit, dass Lohfink nun zunächst alle Ausraster dokumentieren soll. Dann würde man diese Vergehen gegen die Hausordnung anmahnen. Eine Kündigung, die über das Amtsgericht erwirkt werden müsste, durchzubekommen, sei aber eine äußerst langwierige und schwierige Sache.Ulrich Ropertz (Foto: nh), Pressesprecher beim Deutschen Mieterbund, rät jedem in einer ähnlichen Situation den Vermieter einzuschalten. Der könne Mieterrabauken abmahnen und später auch kündigen, da sie regelmäßig gegen den Mietvertrag und die Hausordnung verstoßen. Ropertz: "Man kann aber nicht einfach die Miete mindern." Oft haben die Geschädigten bei Wutausbrüchen ihrer Nachbarn das Gefühl, solche Exzesse dauern Stunden. Tatsächlich sind es aber nur ein paar Minuten und es kommt nur alle 14 Tage vor. Ropertz: "Dann rechnen sie mal aus, wie viel Prozent das von einem Monat ist und was dann umgerechnet für eine Mietminderung herausspringt. Das wären nur ein paar Cent. Das ist alles sehr schwierig."In einem ähnlichen Fall von Mieterrandale im vergangenen Sommer haben in einem Heusenstammer Hochhaus einige Bewohner durch Zündeleien immer wieder für Feuerausbrüche gesorgt. Hier haben es die Behörden geschafft, einige der Feuerverursacher in Kliniken einzuweisen. Danach ist in dem Haus Ruhe eingekehrt (der EXTRA TIPP berichtete mehrfach).Das alles nützt Smith wenig. "Wenn ich nach zehn harten Stunden Arbeit die Kinder beim Opa abhole, fahre ich nach Hause und habe Angst. Jeden Monat wirdâ??s schlimmer und niemand hilft mir."

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