Wenn das Blätterrauschen ordentlich Krach macht

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Für den Einsatz von Laubbläsern oder -saugern gibt es klare zeitliche Vorgaben.

Taunus – Es ist Herbst! Langsam aber sich wandelt sich die Farbe der Blätter, bevor sie vom Baum abfallen und auf den Boden segeln. Von dort werden sie auch im Taunus immer öfter von lauten und zuweilen stinkenden Laubbläsern oder -saugern entfernt. Das gefällt nicht allen. Von Norman Körtge

Umwelt- und Naturschutz gegen Zeit- und Arbeitsersparnis: Volker Georg hat den Spagat beruflich bedingt elegant bewältigt. Als Vorsitzender des BUND-Ortsverbandes in Friedrichsdorf liegt ihm der Schutz seiner Umwelt am Herzen, als Inhaber einer Gartenbaufirma kommt er aber nicht darum herum, der Massen an Laub mit Hilfe von mechanischem Gerät Herr zu werden. „Wir haben investiert und uns ein Gerät mit Akku angeschafft“, berichtet Georg. Damit sei der Laubbläser nicht nur leiser wie die benzingetriebenen Modelle, sondern würde auch keine stinkenden Abgase erzeugen.

Laub auf einen Haufen zusammenzublasen sei ja in Ordnung, meint Georg. Als besonders störend empfindet der BUND-Vorsitzende aber Laubsauger mit Häckselfunktion: „Das Häckseln verursacht mehr Lärm. Aber schlimmer ist, dass dabei auch Käfer und andere Insekten mitaufgesaugt werden.“ Bei nassen Blättern muss dann oft auch noch jedes Blatt einzeln aufgesaugt werden. „Das ist doch Schwachsinn“, platzt es aus ihm heraus.

Billige Geräte entpuppen sich als Öko-Sünde

Dass der Ärger wegen der lauten Laubsauger- und -bläser immer größer wird, bestätigt Alexander Barth, Leiter des Schwalbacher Ordnungsamtes. „Seitdem es sie günstig überall zu kaufen gibt, hat sie fast jeder“, berichtet er. Dementsprechend steigt die Zahl der Beschwerden wegen des Lärms. Deshalb weißt Barth darauf hin, dass der Gesetzgeber in der Bundes-Immissionsschutzverordnung für Wohngebiete klare Regeln aufgestellt hat. Demnach dürfen diese Geräte ausschließlich werktags von neun bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr eingesetzt werden. Ausnahmen gebe es ausschließlich für speziell leise und umweltfreundliche Geräte.

Diese seien meist teuer, sagt Georg, der von den Billig-Produkten, die oft nicht lange funktionieren, wenig hält. Die kaputten Geräte müssten dann auch wieder entsorgt werden, weißt er auf eine weitere Öko-Sünde hin. Auch deshalb appellieren sowohl der BUND-Vorsitzender als auch der Schwalbacher Ordnungsamtsleiter, öfter einfach mal wieder zu Besen und Rechen zu greifen.

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