Weil sie verwechselt wurde, will die Stadt jetzt Hundesteuer

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Amtsposse: Manuela Mock ist sauer auf die Stadt.

Frankfurt - Weil Manuela Mocks Name fälschlicherweise unter einem Zeitungsfoto stand, fordert die Stadt Frankfurt Hundesteuer von ihr. Nur, weil dort eine andere Frau mit Vierbeiner abgebildet war. Die Stadt hat aber noch andere Tricks auf Lager, um Hundesteuer einzutreiben. Von Christian Reinartz

„Ich habe mich tierisch aufgeregt“, sagt Manuela Mock, Inhaberin von „Transnormal“ am Baseler Platz: „Wie kommen die dazu? Ich habe doch gar keinen Hund.“ Was war passiert? Mocks Name war in einer Frankfurter Zeitung fälschlicherweise unter ein Foto geraten. Dieses zeigte eine Rollerfahrerin mit einem weißen Hund. Für die Stadt war das offenbar Beweis genug, um Mock schriftlich aufzufordern, ihren Hund anzumelden und Hundesteuer zu zahlen.

Joachim Geiger, Kemmerei-Pressesprecher, bewundert den Einfallsreichtum seiner Kollegen. „Wir bedienen uns der Medien, um diesen Leuten auf die Schliche zu kommen. Die Hundehalter nutzen ja auch oft Tricks.“

Im Klartext heißt das: Städtische Mitarbeiter verfolgen lokale Fernsehsendungen, blättern in Zeitungen und durchforsten das Internet. Fällt ihnen jemand mit Hund auf, wird der überprüft, heißt es im Rathaus.

Keine Tricks in Offenbach

Im benachbarten Offenbach ist das Kassen- und Steueramt vorsichtiger. „Wenn wir einen Hinweis bekommen, tasten wir uns erstmal vor“, erklärt der stellvertretende Amtsleiter Michael Rebell. Dass seine Mitarbeiter Zeitungen durchsuchen, schließt er aus: „Dafür haben wir hier in Offenbach keine Zeit.“

Manuela Mock hat mittlerweile bei der Stadt angerufen und die Sache klargestellt. Dennoch musste sie einen Fragebogen auszufüllen. „Erst beschuldigen die mich grundlos und dann klauen sie noch meine Zeit“, ärgert sie sich.

Mock noch immer unter Verdacht

Aus der Welt ist die Sache damit aber nicht. Im Rathaus geht Joachim Geiger immer noch davon aus, dass Mock einen Hund hält: „In den Akten ist nichts von einer  Rückmeldung der Dame vermerkt. Sollten wir weiterhin nichts hören, werden wir jemanden vom Ordnungsamt vorbeischicken.“

Für Manuela Mock ist damit die Grenze des guten Geschmacks überschritten: „Wir leben hier doch in keinem Überwachungsstaat.“

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