Taunus-Kommunen betroffen

Beleuchtung zu teuer: Weihnachten wird eingespart

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Die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt von Oberursel ist dürftig. In diesem Jahr spart aber nicht nur Oberursel an der festlichen Stimmung.

Region Rhein-Main – Weihnachtsbäume und Lichterketten sorgen in den Straßen für weihnachtliche Stimmung. Weil die Energiepreise steigen und noch nicht alle Städte auf die günstigeren LED-Lämpchen umgestellt haben, bleibt das Licht in diesem Jahr mancherorts aus. Von Angelika Pöppel

20.000 Euro weniger hat die Stadt Oberursel für diese Weihnacht ausgegeben. Resultat: Weniger Bäume und weniger Lichterketten schmücken die Straßen. Nur noch wenige Weihnachtssterne zieren alle paar Meter die Innenstadt. „In welchem Umfang wir kommende Weihnachten überhaupt noch Weihnachtsbeleuchtung aufhängen werden, wird sich erst in den nächsten Wochen und Monaten herausstellen“, sagt Nina Kuhn, Oberurseler Pressesprecherin. Auch in Flörsheim ist der Verzicht auf einige Lichterketten und Dekoration „durchaus möglich“. Kronberg hat die Beleuchtung bereits im Jahr 2011 reduziert. Auch in Kelkheim wird seit zwei Jahren auf zwei Bäume und fünf Sterne verzichtet.

Ein Baum und zwölf Sterne strahlen in diesem Jahr nicht mehr in Rödermark. Im nächsten Jahr muss die Stadt nochmals 10.000 Euro an der Weihnachtsdekoration einsparen. In Dietzenbach kamen 15 Lichterketten weg. In Dieburg wurde das Licht einfach gedimmt: Der Gewerbeverein setzt seit zwei Jahren sieben statt 15 Watt Birnen ein. „Die Beleuchtung reduzieren möchte man nicht“, sagt Ulrike Posselt von der Stadt. In Frankfurt verzichten die Geschäfte auf der Einkaufsmeile Zeil in diesem Jahr komplett auf teuere Beleuchtung. Grund: Die hohen Stromkosten.

Städte haben Umstellung auf LED verpasst

In diesem Jahr erleuchten 15 Lichterketten weniger die Dietzenbacher Innenstadt.

Die energiesparende und umweltschonende Umstellung auf LED-Lämpchen haben einige Städte verpasst. Oberursel leuchtet ausschließlich mitstromfressenden Glühbirnen. Auch Flörsheim erstrahlt noch klassisch. In Hofheim leuchten nur die neuen Bäume auf dem Kellereiplatz und dem Chinonplatz mit LED. Die Straßenbeleuchtung übernimmt der Gewerbeverein und setzt bisher ausschließlich Glühbirnen ein. Die restlichen sechs städtischen Bäume werden ebenfalls mit herkömmlichen Birnen beleuchtet.

Der Gewerbeverein in Rödermark finanzierte neue LEDs in den Straßen, die Stadt hat aber kein Geld für die Umstellung der Ketten an den Bäumen. In Dietzenbach steht zwar diese Weihnacht ein neuer Baum mit LED-Licht auf dem Wingertsberg, aber die Umstellung ist noch nicht vollzogen: „Für das nächste Jahr wird die Elektroabteilung versuchen die Lichterketten für die kleinen Bäume ebenfalls auf LED Leuchtmittel umzurüsten, was dieses Jahr das Budget für die Weihnachtsbeleuchtung überlastet hätte“, sagt Mareike Prietzel Pressesprecherin der Wirtschaftsbetriebe in Dietzenbach.

Kelkheim hat einen Teil der Beleuchtung ausgewechselt. Mit der Umrüstung der Deko-Sterne in den Straßen konnten so über 70 Prozent Stromkosten gespart werden. Doch die Investitionen in LED sind hoch und die Kassen leer.

Kein Geld für teure Umrüstung

„In diesem Jahr wurden nochmal Glühbirnen gekauft. Die Kosten für eine Glühbirne liegen derzeit bei 80 Cent, die einer Drei-Watt-LED bei rund vier Euro. €Wir warten nochmal ab, bis die LED-Leuchtmittel nicht mehr so teuer sind. Unter dem jetzigen Aspekt ist es günstiger, die Bäume mit den Glühbirnen zu betreiben“, sagt Isolde Ueberlacker, Sprecherin der Stadt Kelkheim. „Die Umstellung ist wahnsinnig teuer, sagt auch Kirsten Ohlrogge von der Stadt Bad Homburg. Die Stadt hat nicht umgerüstet und gibt jährlich 50.000 Euro für die Weihnachtsdekoration – inklusive Strom- und Personalkosten – aus.

 „Eine Umrüstung der Beleuchtung auf den Straßen auf LED hätte rund 10.000 Euro gekostet. Dies kann der Gewerbeverein nicht stemmen“, sagt Ulrike Posselt von der Stadt Dieburg. Die Stadt beleuchtet zwei Bäume, auf dem Marktplatz und am Marienplatz, die bereits vor drei Jahren auf LED-Technik umgerüstet wurden und bis zu 50 Prozent Energiekosten eingespart haben.

Ausnahme: Bad Soden erweitert die Beleuchtung

Nur in Bad Soden erstrahlen diese Weihnacht sogar zwei Stadtteile mehr im festlichen Glanz: „Die Stadtteile Altenhain und Neuenhain können jetzt beleuchtet werden, genauso wie in Bad Soden ein kleiner Teil mehr“, sagt Stadtsprecher Wolfgang Heidecke. Grund: In Bad Soden weihnachtete es nur noch energiesparend. Mit den herkömmlichen Glühbirnen zahlte die Stadt 530 Euro an Stromkosten – im vergangenen Jahr waren es durch die LEDs nur 250 Euro, obwohl 200 Lämpchen mehr leuchteten.

Auch in Groß-Umstadt leuchten nur noch LEDs. „Die Stromkosten konnten durch diese Maßnahme um mindestens 60 bis 70 Prozent reduziert werden“, sagt Thomas Zengel, Vorsitzender des Ortsgewerbevereins. Offenbach arbeitet an der Umrüstung seit vier Jahren. Im nächsten Jahr will die Stadt komplett umsteigen.

„In zwei bis drei Jahren hat sich die Anschaffung amortisiert“, sagt Bastian Zander, Pressesprecher der Stadt Bad Vilbel, die ebenfalls auf energiesparende Lichter setzt. „Die Energiepreise haben es notwendig gemacht.“

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