Nach EXTRA TIPP-Recherche!

Wegen Pilz in der Limo: Wird Hassia jetzt bestraft?

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Die Pilze in der Limo können den Geschmack, wie auf diesem gestellten Foto, beeinflussen.

Region Rhein-Main – Hassia hat nun auch offiziell vor der verpilzten Bizzl-Limonade gewarnt. Aufgrund der Recherchen des EXTRA TIPPs ist die Lebensmittelüberwachung eingeschritten. Ob die Firma nun bestraft wird, hängt davon ab, wie gut sie mit der Behörde kooperiert. Von Christian Reinartz 

Hassia-Pressesprecherin Sibylle Trautmann hatte vor zwei Wochen steif und fest behauptet, Hassia habe sich im Fall der verpilzten Limo korrekt verhalten. Doch jetzt stellt das Amt klar: „Hassia hätte den Fall melden müssen.“ Das sagt Michael Elsaß, Sprecher des zuständigen Wetteraukreises, zu dem auch die Lebensmittelaufsicht gehört. Dies sei jedoch nicht geschehen.

Erst auf Nachfrage wird Lebensmittelüberwachung auf Hassia aufmerksam

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Stattdessen wurde das Amt erst durch Nachfrage des EXTRA TIPPs bei der Lebensmittelüberwachung auf Hassia aufmerksam – und schickte sofort ein Team, um die Sache überprüfen zu lassen. Ergebnis: Die Prüfer fanden eine mit Hefepilzen belastete Probe. „Das deutet auf eine sporadische Kontaminierung der Limoflaschen hin“, sagt Elsaß. Gefährlich sei der Pilz laut Labor nicht. Doch das hat Hassia nicht wissen können, als es von den ersten Kunden auf die Verpilzung hingewiesen wurde. Im Gegenteil: Damals wurde dem EXTRA TIPP am Service-Telefon sogar mitgeteilt, dass es schlimmsten Falls zu etwas Durchfall kommen könnte. Ein Umstand, der zeigt, dass das Unternehmen schon Tage vor dem Einschreiten der Lebensmittelüberwachung wusste, dass etwas nicht in Ordnung war. Offenbar kalkulierte der Getränkehersteller ein, dass es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen könnte.

Hassia hat Behörden nicht informiert

Doch statt Alarm zu schlagen, ließ das Unternehmen nach eigenen Angaben erstmal interne Untersuchungen anstellen, anstatt die Lebensmittelaufsicht zu informieren. Ein Vorgehen, dass nun ernsthafte Folgen haben könnte. Elsaß: „Bisher arbeitet Hassia gut mit unseren Kontrolleuren zusammen.“ Auf Geheiß des Amtes wurde vor der Limonade nun auch öffentlichkeitswirksam gewarnt. Auf der Homepage der Firma findet sich ein entsprechender Hinweis auf der Startseite der Bizzl-Limonade. Unter anderem deswegen sei es auch möglich, dass es bei einer Verwarnung bleibe. „Wir erklären den Verantwortlichen nun, wie man sich als Lebensmittelhersteller in einem solchen Fall zu verhalten hat“, sagt Elsaß. Eine Geldstrafe will er allerdings nicht ausschließen. „Dazu müssen wir erst noch weitere Gespräche führen.“

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