Warten auf ein Dankeschön

Fred Wildhirt

Reinheim/Heusenstamm/Frankfurt – Mehr als 3000 Metalldiebstähle verzeichnete die Deutsche Bahn AG bereits in diesem Jahr. Einen jedoch, konnte Fred Wildhirt verhindern. Im Mai meldete der aufmerksame Reinheimer der Bahn einen bevorstehenden Metalldiebstahl. Von Mareike Palmy

Doch bis heute hat er kein Dankeschön gehört.

Keine Belohnung, kein Anruf und noch nicht mal eine Danksagung: Eine Standard-E-Mail ist alles, was der Reinheimer Fred Wildhirt von der Bahn AG bekam. „Vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir werden uns schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung setzen und Ihre Anfrage beantworten“, hieß es darin nur.

Dabei ersparte der 55-Jährige der Bahn einen Schaden von mehreren Hundert Euro, indem er sofort reagierte und seine Beobachtung am Info-Service-Point im Hauptbahnhof in Frankfurt meldete: „An dem meterlangen Treppengeländer am Bahnhof in Heusenstamm waren fast alle Hutmuttern abgedreht. Nur noch wenige haben das Geländer gehalten. Es war abzusehen, dass die Edelstahlstangen bald weg gewesen wären“, erzählt Fred Wildhirt. Für ihn stand sofort fest: „Da plant wohl jemand einen Metalldiebstahl, den es zu verhindern gilt.“

Sogar seine Telefonnummer hatte er bei dem Bahnschalter hinterlassen, zwei E-Mails zur Erinnerung geschrieben und sich beim Kundenbeirat der Deutschen Bahn gemeldet, doch bis heute kam kein Dankeschön und keine Antwortmail.

„Ich verlange doch keine Urkunde oder eine Ehrennadel. Aber ein Danke wäre schon schön gewesen. Das ist doch auch nicht zu viel verlangt, schließlich habe ich den bevorstehenden Diebstahl zur Anzeige gebracht. Das nächste Mal macht man dann halt einfach die Augen zu und resigniert“, sagt Wildhirt verärgert. Denn als wachsamer Bahnkunde, der viel und oft öffentliche Verkehrsmittel nutzt, hätte er sich mehr erwartet. Schließlich hingen an jedem Bahnhof dutzende Plakate, die Bahnreisende dazu auffordern würden, eventuelle Schäden und Vandalismus sofort zu melden.

Dabei ist der Vorfall bei der Deutschen Bahn AG bekannt: „Herr Wildhirt hatte das lose Geländer bei der DB Information im Frankfurter Hauptbahnhof gemeldet. Von dort wurde die Meldung weitergegeben und die Befestigung mit neuen Schrauben unverzüglich beauftragt. Keine 48 Stunden nach der Meldung durch Herrn Wildhirt war das Geländer wieder befestigt. Der Prozess ist also von der Weitergabe der Meldung bis zur Behebung richtig und schnell durchgelaufen - so wie es sein soll“, sagt Bahnsprecher Torsten Sälinger. An ein Dankeschön hat dabei wohl niemand gedacht. Erst als der EXTRA TIPP nachhakt, kommt die Sache ins Rollen: „Leider wurde dabei nicht mehr an den aufmerksamen Reisenden, Herrn Wildhirt, gedacht, bei dem wir uns aber gerne bedanken möchten. Das Bahnhofsmanagement wird diesbezüglich in Kürze mit Herrn Wildhirt Kontakt aufnehmen“, verspricht Sälinger.

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