Waldzoo-Drama: Feuersbrunst lässt 200 Tiere hungern

+
Nichts anfassen! Bis die Polizei den Tatort freigibt, dürfen Zoochefin Susanne Wollensak (rechts) und Azubi Jessica Schmitt nicht aufräumen.

Offenbach – Schicksalsschlag für den Offenbacher Waldzoo: Eine Feuersbrunst wütete in der Nacht zum ersten Mai im Futterlager des Tierparks. Verletzt wurden weder Mensch noch Tier, doch jetzt herrscht Chaos vor Ort. Stroh und Heu werden knapp. Zoochefin Susanne Wollensak bangt, ob ihre 200 Zoobewohner überhaupt satt werden. Jetzt hofft sie auf die Hilfe der EXTRA TIPP-Leser. Von Mareike Palmy

Eine große Rauchwolke war am Sonntag weit über die Offenbacher Stadtgrenze hinaus zu sehen. Das Stroh- und Holzlager im Waldzoo stand in Flammen. 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr verhinderten, dass Menschen oder Tiere, darunter viele Ziegen, Schafe und Waschbären, verletzt wurden.

Die Schadenshöhe wird derzeit auf etwa 60.000 Euro geschätzt, doch viel schlimmer als der hohe Sachschaden: Alles muss so bleiben, wie es ist. „Hier liegt alles noch an Ort und Stelle“, sagt Zoochefin Susanne Wollensak. Bis die Polizei die Feuerstelle zum Aufräumen freigibt, kann es noch dauern. Denn bis auf weiteres gilt die Brandstelle als Tatort. Die Brandermittler der Polizei sind weiter dabei, die Trümmer im Zoo nach Spuren zu durchsuchen. Offiziell könne man daher noch keine endgültigen Angaben zur Ursache machen, so die Polizei. Selbstentzündung ist möglich, ebenso Brandstiftung. Auch ein technischer Defekt oder eine weggeworfene Zigarette könnten das Feuer entfacht haben.

„Alles ist verkokelt. Überall fliegt die Asche rum, und der Ruß verteilt sich durch den ganzen Zoo, aber wir dürfen nichts anfassen und aufräumen“, sagt die 26-jährige Wollensak.

Abgefackelte Holzbalken liegen gestapelt übereinander. Von der Gluthitze geschmolzenes Werkzeug liegt gespenstisch ineinander verschlungen am Brandort. Die Tiere in den umliegenden Gehegen schauen auf das Aschefeld. Vom Schuppen ist nur noch ein Holzkohlegerippe übrig geblieben. Wo vorher das Futterlager und eine Garage mit einem Traktor stand, ist jetzt alles zerstört. Der Traktor ist ebenso hinüber, wie der Strohbestand von etwa 60 Kubikmetern: „Erst am Donnerstag war das Heulager mit 28 neuen Ballen aufgefüllt worden. Wenn unser Hund Wurm nicht laut gebellt hätte, will ich nicht wissen, was noch alles passiert wäre“, sagt Susanne Wollensak.

Nachdem Sturmtief Xynthia im letzten Jahr großen Schaden im Tierpark anrichtete, muss Zoochefin Wollensak nun schon wieder sehen, wie sie die Schäden ausgleicht. Zu den ohnehin hohen Futterkosten, der Instandhaltungsgebühr und den monatlichen Tierarztausgaben, kommt jetzt auch noch die Unsumme der Reparaturen. Nicht zu schaffen für den kleinen Waldzoo am Stadtrand Richtung Heusenstamm, den es mittlerweile schon seit 1965 gibt.

Bis der normale Zooalltag wieder einkehrt, wird es deshalb noch dauern.

Bis dahin hofft Tierpark-Chefin Susanne Wollensak auf die Unterstützung der EXTRA-TIPP-Leser. Zwar kann sie keine Massen an Heu lagern, über kleinere Mengen, freut sie sich aber trotzdem: Wer helfen möchte, wendet sich direkt an den Waldzoo oder spendet unter: Spendenkonto Waldzoo Offenbach, Städtische Sparkasse Offenbach, Kontonummer 100773, Bankleitzahl 505 500 20.

Kommentare