Familie wollte klagen

Hygienemängel: Neue Vorwürfe gegen Klinikum Höchst

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Frankfurt – Nach dem EXTRA TIPP-Artikel „Hygienemängel in der Höchster Kinderklinik" melden sich weitere Betroffene, die schlechte Erfahrungen mit den hygienischen Zuständen in der Klinik gemacht haben. Von Angelika Pöppel

Auch Ioanmis Revvas  aus Frankfurt und Vater von zwei Kindern fordert: „Die Klinik muss geschlossen werden. “ Anfang des Jahres mussten seinem Sohn bei einer Operation im Klinikum Höchst die Polypen entfernt werden. Nach der OP wurde die Familie direkt nach Hause geschickt. „Noch am selben Abend bekam mein Sohn starkes Fieber“, berichtet Revvas. Zurück in der Höchster Kinderklinik vermutete das Personal eine Mandelentzündung bei dem Jungen. Elf Tage blieb die Familie im Elternzimmer der Kinderklinik. „Richtig sauber gemacht wurde nicht, nur oberflächlich durchgewischt. Unter der Heizung lagen uralte Essensreste, die Kinderbettchen wurden nicht regelmäßig gewechselt. Das Personal ist einfach komplett überfordert“, sagt Revvas. Auch er bestätigt die Vorwürfe der drei Mütter, die sich im EXTRA TIPP Luft machten: „Die Schwestern haben ihre Hände nicht desinfiziert und sind von Kind zu Kind gegangen. “

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Doch der Schock kam für die junge Familie erst beim Besuch des Kinderarztes: „Erst der Kinderarzt teilte uns mit, dass unser Sohn keine Mandelentzündung hatte, sondern eine Entzündung im Blut wegen eines Keims.“ Und der könne nur durch die Operation ins Blut gelangt sein. Deshalb wollte die Familie Revvas sogar vor Gericht ziehen, doch ihr Anwalt rechnete der Familie keine großen Gewinnchancen aus. Für die Familie steht fest: „Nie wieder werden wir dieses Krankenhaus betreten.“

Auch Dieter Röder  aus Frankfurt machte ähnliche Erfahrungen am eigenen Leib, als er Ende 2012 im Klinikum Höchst untergebracht war. „Mit einem feuchten Lappen wurde das Zimmer mit drei Patienten einmal am Tag abgestaubt. Die Bodenreinigung wurde in zehn Minuten abgefertigt“, sagt er.

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