Es verbreitet sich rasend schnell

Vorsicht: Jakobskreuzkraut ist gefährlich

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Vorsicht vor dem Jakobskreuzkraut!

Region Rhein-Main – Jakobskreuzkraut verbreitet sich rasend schnell auf Wiesen und Straßenrändern in der Region. Für Pferde ist die Pflanze tödlich. Experten warnen auch vor der Gefahr  für den Menschen. Von Ronny Paul

Das Jakobskreuzkraut ist keine neu entdeckte Pflanzenart in Deutschland und auch deren Giftigkeit ist allgemein bekannt. Die seit Jahren andauernde, rasante Verbreitung bereitet Experten allerdings Kopfzerbrechen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft das Jakobskreuzkraut mittlerweile als extrem giftig ein. Denn schon die stetige Aufnahme kleiner Giftmengen über Lebensmittel kann beim Menschen Leberschäden verursachen.

Große Gefahr für Pferde

Tiere fressen das abgemähte Kraut, womit es in die Nahrungskette des Menschen gelangt. Blüht die Pflanze, vermeiden Tiere sie wegen der Bitterkeit. Ist sie abgemäht, verliert sie den bitteren Geschmack, nicht aber ihr Gift. Und da die Pflanze genau wie Unkraut wenig Ansprüche an ihre Umgebung stellt, findet man sie eigentlich überall. Dazu sieht sie anderen Pflanzen zum Verwechseln ähnlich: Das absolut ungiftige, aber ebenfalls gelb blühende Johanniskraut gleicht dem Jakobskreuzkraut ebenso wie einige Kamillenarten. Darin liegt die tückische Gefahr: Kinder berühren auf Feldern oder Wiesen unbedarft das Kraut und stecken danach die Finger in den Mund. „Allein das Berühren der Pflanze und ein anschließender Kontakt mit dem Mund, kann beim Menschen langfristig zu Leberschäden führen“, erklärt Dr. Andreas Stürer vom Giftinformationszentrum der Mainzer Universitätsklinik. Stürer rät daher, die gelbblühende Pflanze am besten ganz zu meiden. Denn das Jakobskreuzkraut enthält Pyrrolizidin-Alkaloide, die in der Leber zu einer giftigen Substanz umgewandelt werden. Selbst kleine Dosen können die Leber dauerhaft schädigen. Eine schleichende, über Jahre währende Vergiftung ist möglich. „Für Pferde ist das Jakobskreuzkraut eine besonders große Gefahr“, warnt Berthold Langenhorst, Pressesprecher des Nabu Hessen. Das Kraut dürfe auf keinen Fall an Pferdekoppeln oder Weiden ausgesät werden, so der Naturexperte weiter. Auch Schweine und Rinder reagieren besonders sensibel auf die Alkaloide. Fressen beispielsweise Pferde die Blätter des Jakobskreuzkrauts, erkranken sie an einer Leberverhärtung, die in den meisten Fällen tödlich endet.

Landwirt starb wegen Jakobskreuzkraut

Im Allgäu ist vor vier Jahren sogar ein Landwirt gestorben, weil er vom Jakobskreuzkraut gegessen hatte. Damals vermuteten die Ärzte, er habe die Pflanze verwechselt und sie daher ohne Vorsicht verspeist. Wie gefährlich der Verzehr werden kann, zeigt die Hilflosigkeit der Ärzte, als der Bauer im Krankenhaus eintraf: Eine Befragung war aufgrund seines schlechten Gesundheitzustandes nicht mehr möglich. Jede Hilfe der Ärzte kam zu spät.

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