Vorsicht Blitzer: Wo Raser am häufigsten blechen müssen

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Ein Kasten, der Ärger machen kann: Ein fest installierter Blitzer wartet auf Kundschaft.

Taunus – Bad Homburg hat allein sieben fest installierte Radaranlagen, Hofheim nur einen mobilen Blitzer. Entsprechend unterschiedlich fällt der Betrag aus, den die Städte jedes Jahr einnehmen. Während es in Hofheim rund 50.000 Euro sind, ist es in Bad Homburg mehr als eine Million.  Von Julia Renner und Fabienne Seibel

Zuletzt hatte Bad Homburg zwei feste Blitzer im Jahr 2010 auf der B456 errichten lassen. Anlass war damals ein tödlicher Unfall. Hinzu kommen zwei mobile Geräte, die in der Kurstadt eingesetzt werden. Doch leisten kann sich nicht jede Kommune so viele Starenkästen. Vor allem die Kosten für die Wartung seien hoch, sagt Nina Kuhn, Sprecherin der Stadt Oberursel. Dort stehen keine fest installierten Radarkontrollen. Allerdings sei in der Diskussion, ob demnächst auch im Oberurseler Stadtgebiet ein Starenkasten steht. In der ehemaligen Hessentagsstadt werden eine Laserpistole und ein Messwagen genutzt. Der Kleinbus war erst im vergangenen Jahr angeschafft worden, weil die alte Technik zu oft ausfiel.

In der Kreisstadt des Main-Taunus-Kreises, in Hofheim, gibt es einen mobilen Blitzer, der etwa dreimal pro Woche zum Einsatz kommt. Mehr Blitzer hat es dort nie gegeben, um die Raser im Blick zu haben. Auch Hattersheim verfügt über keine Starenkästen. Dort gibt es zwei mobile Messgeräte.

Entsprechend unterschiedlich sehen auch die Beträge aus, die Raser an die Städte zahlen. Der Kämmerer in Bad Homburg plant allein aus diesem Jahr etwas mehr als eine Million Euro an Verwarngeldern ein – allerdings nicht nur durch Raser, sondern auch durch Falschparker finanziert. 2010 waren es noch 810.000 Euro. Im Main-Taunus-Kreis fällt das Ergebnis dürftiger aus. In Hofheim waren es in den Jahren 2010 und 2011 jeweils knapp über 50.000 Euro, die in den Stadtsäckel flossen, in Hattersheim pendelt die Summe zwischen rund 68.000 Euro (2008) und etwa 60.000 Euro (2011). In Oberursel waren es im vergangenen Jahr 174.000 Euro, die Schnellfahrer an die Stadt blechen mussten.

Wolfgang Herda, Verkehrsexperte beim ADAC, weiß, dass derzeit viele Kommunen in Sachen Blitzer aufrüsten. Denn ab 1. Januar bekommen die Städte nicht mehr nur das Verwarnungsgeld, sondern auch 40 Prozent des Bußgeldes. Bisher musste der größte Teil an das Land abgegeben werden.

Dennoch sollten Radarfallen nur aufgestellt werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, sagt er. Beispielsweise an Schulen oder Unfallschwerpunkten. „Und wenn die Verkehrssicherheit erhöht wird, kann die Gemeinde auch ruhig mehr Geld einnehmen.

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