Linie 20 in Eppstein:

Viele Bremthaler sind sauer über volle Pendler-Busse

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Ortsvorsteher Guido Ernst an der Bushaltestelle Valterweg. Wer dort morgens in einen Bus der Linie 20 einsteigen will, bekommt meist keinen Sitzplatz.

Eppstein – Um einen Sitzplatz im Bus vom Eppsteiner Bremthal nach Wiesbaden zu bekommen oder, um nicht an der Haltestelle stehen gelassen zu werden, braucht es Glück. Bürger und Stadt sehen Handlungsbedarf. Die Wiesbadener Verkehrsgesellschaft ESWE allerdings nicht. Von Julia Renner

Die Haltestelle Valterweg ist die letzte in Bremthal, die morgens von den Fahrern der Linie 20 angefahren wird. Wer dann noch zusteigt, braucht sich gar nicht erst nach einem freien Sitzplatz umzuschauen. „In der Regel muss man stehen“, sagt eine 19-jährige Bremthalerin, die in Wiesbaden zur Schule geht. Mit einer Freundin ist es ihr auch schon passiert, dass sie stehen gelassen wurden – weil der Bus überfüllt war.

Das Problem ist nicht neu. Ortsvorsteher Guido Ernst beschäftigt sich schon länger mit der Linie 20. In Bremthal, sagt er, steigen viele Pendler von der S-Bahn in den Bus nach Wiesbaden um. „Deshalb sind die Fahrgastzahlen sehr hoch.“ Es gebe mehr Pendler als Kapazitäten. Deshalb gibt es seit Herbst einen Entlastungsbus, der um wenige Minuten zeitversetzt die gleiche Strecke fährt. Ausreichend ist das aber nicht, sagt Ernst.

Auch Schüler kommen regelmäßig zu spät

Immer wieder gibt es deshalb Beschwerden, auch bei der Stadt Eppstein. Die werden gesammelt und an die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) und ESWE weitergeleitet, sagt Stadtsprecher Joachim Schäfer. Er bestätigt, dass es in Bremthal „viel Unmut“ gibt. Die Stadt selbst habe allerdings kein Geld, um mehr für die Verkehrsgesellschaft beizusteuern. 300.000 Euro würde Eppstein jährlich an die MTV überweisen, sagt Schäfer. Die Stadt steht in Kontakt zu ESWE und MTV, um die Probleme zu klären. „Bisher aber nicht erfolgreich“, sagt Schäfer.

Dabei gab es bereits eine gute Lösung, zumindest was die Auslastung der Busse angeht. Für ein Schuljahr wurde auf der Strecke ein großer Gelenkbus eingesetzt. Dann war jedoch wieder Schluss, ein kleinerer Bus übernahm wieder die Linie.

Ob großer oder kleiner Bus: Für etliche Schüler, die nach Wiesbaden zur Schule gehen, gibt es ein weiteres Problem. Sie müssen im Wiesbadener Stadtteil Naurod umsteigen. Da die Zeiten jedoch so knapp kalkuliert sind, klappt das oft nicht reibungslos, sagt die Schülerin aus Bremthal.

Da beide Busse um kurz nach sieben Uhr morgens an der Umsteigestation in Naurod seien, „dürfte es kein Problem für die Schüler sein, rechtzeitig zu Unterrichtsbeginn an der Schule zu sein,“ sagt eine Sprecherin von ESWE. Auch weist sie auf den Entlastungsbus hin, der „das verstärkte Fahrgastaufkommen in der Frühspitze verteilen“ soll. Derzeit gebe es Verhandlungen, ob wieder ein Gelenkbus eingesetzt wird. Die Entscheidung soll Ende März fallen.

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