Uni-Zoff wegen umstrittenem Umzug

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Proppenvoll: Die Goethe Uni ist ausgelastet, deshalb stehen einige Umzüge an. Auch der Fachbereich zwölf muss weichen.

Frankfurt – Im Fachbereich zwölf der Goethe Universität gibt‘s Stunk: Mathematiker und Informatiker sollen umziehen. Zur Debatte steht auch ein Gebäude im Mertonviertel. Den Studenten ist das jedoch zu weit ab vom Schuss. Deshalb sammeln sie Unterschriften und riefen bereits zu einem Protestmarsch auf. Von Julia Renner

Von der vorgeschlagenen Adresse hat man zum Campus Riedberg einen Fußweg von knapp 20 Minuten. Und diesen Marsch müssen die Studenten dann mehrfach antreten, da Seminar- und Tutoriumsräume im Mertonviertel, Mensa und Hörsäle am Campus untergebracht sein würden“, heißt es in einem Informatik-Forum der Uni. Von einer Abspaltung vom Rest der Uni und davon, dass so der interdisziplinäre Austausch torpediert werde, ist die Rede.

Doch nicht nur unter den Studenten ist der geplante Umzug umstritten. In einer E-Mail, die zum Protestmarsch am 9. Februar aufrief, wird geschrieben, dass auch innerhalb des Fachbereichs „ernsthafte Bedenken“ gegenüber dieser Lösung herrschen. Unterzeichnet ist der Protestaufruf scheinbar von zwei Professoren.

Olaf Kaltenborn, Sprecher der Universität, spricht von verschiedenen „Möglichkeiten eines Umzugs des Fachbereichs“. Das Mertonviertel sei dabei nur eine Option. Auch über eine „vorübergehende Baumaßnahme“ werde nachgedacht, eine Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen. Ziel sei es, den Fachbereich „möglichst frühzeitig an den vorgesehenen naturwissenschaftlichen Standort auf dem Campus Riedberg zu bringen“.

Die Kritik am möglichen Umzug ins Mertonviertel kann Kaltenborn nicht nachvollziehen. Dass die „hohe Auslastung“ der Uni auch mit „gewissen Unannehmlichkeiten“ verbunden sei, ist für ihn selbstverständlich.

Außerdem: Nicht alle „berechtigten Interessen“ könnten aufgrund der „enormen finanziellen Herausforderung“, die der Uni-Neubau an verschiedenen Standorten darstellt, berücksichtigt werden. Verhandlungen mit allen Beteiligten würden aber derzeit laufen.

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