Ärger um Parkplatzgebühr

Unfallklinik Frankfurt: Behinderte dürfen nicht mehr kostenlos parken

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Hans-Joachim Gans wird wegen seiner Beinprothese in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt behandelt. Jetzt soll er für seinen bisher kostenlosen Behindertenparkplatz zahlen. Er ärgert sich vor allem über die Reaktion der Klinik.
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Region Rhein-Main – Hans-Joachim Gans ist sauer auf die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik (BGU) in Frankfurt. Mit Behindertenausweis parkte er stets kostenlos. Jetzt soll er zahlen. Als er die Klinik nach Gründen fragt, wird er abgewimmelt. Von Oliver Haas 

„Ich bin maßlos enttäuscht, wie mit mir umgegangen wird“, sagt Hans-Joachim Gans. 1996 wurde dem Bad Homburger nach einem Unfall in der BGU das rechte Bein abgenommen. Seitdem trägt der 71-Jährige eine Prothese und muss sich dort regelmäßig untersuchen lassen. Jetzt soll er eine neue Prothese bekommen. Er rechnet damit, dass er in den kommenden Monaten bis zu drei Mal in der Woche die Klinik aufsuchen muss. Bisher durfte er auf Behindertenparkplätzen vor dem Klinikeingang kostenlos parken. Diese sind jetzt in das Parkhaus verlegt worden.

Parkplätze verlegt und auf einmal kostenpflichtig

Dort sind diese zwar als Parkplätze für Menschen mit Behinderungen ausgewiesen, aber nicht mehr kostenfrei. Laut Ausnahmegenehmigung der Stadt Bad Homburg darf Gans mit seinem Behindertenausweis an Parkuhren und Parkscheinautomaten deutschlandweit ohne Zeitbegrenzung kostenlos parken. Doch für das BGU-Parkhaus bringt ihm diese Regelung nichts. 1,50 Euro pro angefangene Stunde kosten die neuen Behindertenparkplätze im Parkhaus. Somit so viel wie jeder andere auf den Parkdecks. „Es kann sein, dass ich bis zu drei Stunden in der Klinik bleiben muss“, schildert Gans. Im Monat können so knapp 20 Euro Zusatzkosten auf den Renter zukommen. Macht im Jahr über 200 Euro. Dabei gehe es ihm in erster Linie nicht um das Geld. Vielmehr ärgere ihn die Reaktion der Klinik auf seine Nachfrage, warum die Behindertenparkplätze plötzlich kostenpflichtig sind. „Mir wurde am Telefon gesagt, dass das die Geschäftsleitung so entschieden hat und das auch in Zukunft so bleibt – dann wurde einfach aufgelegt.“

Im Vorfeld Probleme mit alten Behindertenparkplätzen

Darüber war der Rentner negativ überrascht. Bisher konnte er nichts Schlechtes über die Unfallklinik sagen. „Ganz im Gegenteil. Die Operation und auch die Untersuchungen liefen hervorragend. Der EXTRA TIPP hakte bei BGU-Geschäftsleiterin Rafaela Korte nach. Sie gibt zu, dass es Kommunikationsprobleme in diesem Fall gab. „Wir wissen um die Problematik der Parkplätze.“ Oft hätten sich Nichtberechtigte auf die Behindertenparkplätze gestellt. Doch das Personal, um Falschparker aufzuschreiben, sei nicht vorhanden. Die freien Parkplätze für Behinderte sind nur aufgrund der Bauarbeiten verschwunden und ins Parkhaus gelegt, versichert Korte. Dort müssten diese aus Platzmangel künftig bleiben. Dass behinderte Patienten Parkgeld zahlen müssen, störe sie auch. „Wir arbeiten an einer technischen Lösung, damit Patienten mit Behindertenausweis wieder kostenlos parken“, verspricht Korte. In vier Wochen soll ein Sensor vor die Parkhausschranke angebracht werden. Wenn alles klappt, muss der Ausweis eingescannt werden und die Schranke öffnet sich.

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Oliver Haas

Oliver Haas

E-Mail:oliver.haas@extratipp.com

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