Umweltschutz: Offenbacher sind keine Naturtalente!

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Offenbacher können mit Naturschutz offenbar wenig anfangen. Das beklagen Umweltverbände und der Offenbacher Naturschutzbeirat.

Offenbach – Umweltschutz wird von den Offenbachern offenbar klein geschrieben! Während im übrigen Rhein-Main-Gebiet Naturschutzorganisationen satte Mitgliederzahlen vorweisen können, gleicht die Szene in Offenbach einer Wüste. Die Sprecher der benachbarten Umweltschutzverbände sind sich einig: „Die Offenbacher haben‘s nicht so mit dem Naturschutz!“ Von Christian Reinartz

Vergeblich bemühen sich die Mitarbeiter des Naturschutzbundes (NABU) seit Jahren, in Offenbach eine eigene Gruppe aufzubauen. Ohne Erfolg. Das letzte Gründungstreffen scheiterte aufgrund mangelnder Teilnahme.

„In Offenbach finden wir niemanden, der sich engagieren will“, beklagt NABU-Kreispressesprecher Klaus Kreft. Während sich die Mitglieder in umliegenden Gemeinden für den Umweltschutz einsetzen, klafft in Offenbach eine Engagements-Lücke. Karl-Heinz Halle, Vorsitzender des städtischen Naturschutzbeirats, bestätigt: „Es wird immer schwieriger, die Offenbacher für die Arbeit in den Umweltverbänden zu begeistern.“

BUND weiß von Problem in Offenbach

Auch Klaus Schmid-Schönbein, Kreisverbandsvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Darmstadt-Dieburg weiß von der Offenbacher Misere: „Da ist nicht viel los! Das ist bekannt.“ Auch die ehemals aktive Ortsgruppe plätschere mittlerweile nur so dahin.

Bei der Stadt verschließt man die Augen vor der alarmierenden Entwicklung. Dort heißt es: „Das Problem, Mitglieder für Umweltverbände zu finden, ist uns nicht bekannt.“

Dabei wird das schwindende Interesse vom Landesverband des BUND bestätigt. Nur noch 211 Offenbacher sind demnach Mitglied. Tendenz fallend.

Klagen schrecken Mitglieder ab

Schmid-Schönbein hat aber Verständnis für seine verhinderten Stadtkollegen: „In ländlichen Gebieten ist es einfacher, Menschen für Naturschutz zu begeistern.“ Dazu komme, dass die Umweltschutzverbände in Städten sich nur noch mit Klagen beschäftigten, anstatt in der Natur anzupacken. „Durch diese Protesthaltung wird Engagement untergraben, und die Leute wenden sich ab“, sagt er.

In Offenbach hat der Trend schon handfeste Auswirkungen. „Neulich wurden bei Bauarbeiten Mauerseglerhäuser einfach vernichtet“, sagt Klaus Kreft: „Weil niemand da war, der sich für die Vögel eingesetzt hat.“

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