Mühlheimer Frauchen im Recht / Kommt jetzt Zivilklage?

Toter Hund nach Routine-OP: Tierarztkammer sieht Verstoß

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Marina Soldevilla Serrano aus MÜhlheim.

Mühlheim – Marina Soldevilla Serrano wollte ihre Hündin kastrieren lassen und musste sie drei Tage später einschläfern lassen. Gegen die verantwortlichen Tierärzte erhebt sie schwere Vorwürfe. Jetzt hat die Tierärztekammer der Mühlheimerin Recht gegeben. Von Dirk Beutel 

Der Schreck sitzt immer noch tief, die Trauer will einfach noch nicht weichen. Eigentlich wollte Marina Soldevilla Serrano ihren kleinen Chihuahua-Mix Tequila bei einer Offenbacher Tierärztepraxis nur kastrieren lassen. Eigentlich reine Routine, doch für das Mühlheimer Frauchen entwickelte sich die Operation zu einem Alptraum. „Ich denke immer noch jeden Tag an Tequila. Ich vermisse sie sehr“, sagt Serrano, die ihre Hündin nach einer offenbar schiefgelaufenen Kastration hat einschläfern lassen müssen.

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Mühlheimer Hündin muss eingeschläfert werden

Rückblick: Bereits kurz nach der Anästesie verhielt sich Tequila äußerst unruhig, wollte einfach nicht einschlafen. Während der Behandlung bekam die Hündin schließlich einen Atem- und Herzstillstand, wurde aber erfolgreich reanimiert. Doch danach war nichts mehr wie vorher: Die Hündin erkannte ihr Frauchen nicht mehr und verkrampfte sich in kurzen Abständen. Mit der Zeit wurden die Anfälle immer schlimmer.

So schlimm, dass Serrano Hilfe bei einem Tierarzt in Frankfurt suchte. Dort bekam sie nur noch den Rat, das Tier von seinen Qualen zu befreien und es einschläfern zu lassen. Serrano beschwerte sich bei der Landestierärztekammer und bat um Aufklärung.

Verstoß gegen die Berufsordnung

Jetzt kam die langersehnte Antwort, in der die Kammer Serrano Recht gibt. Die Empfehlung der Tierärzte, dass die komatöse und krampfende Hündin zur Betreuung nach Hause entlassen wurde, „entspricht nach Auffassung der Vorstandsmitglieder nicht der guten veterinärmedizinischen Praxis. Der Vorstand sieht hierin einen Verstoß gegen die Berufsordnung“, heißt es in einem Schreiben, in dem die Verantwortlichen mit einem Ordnungsgeld bestraft werden. Wie hoch verschweigt der Vorstand der Tierärztekammer.

Die erklärt jedoch, „dass es auch bei gesunden Tieren bei jeder Anästhesie zu einem Zwischenfall kommen kann, der in einer Reanimation enden und auch tödlich verlaufen kann“.

Serrano: „Die Einschätzung der Kammer ist schon eine Genugtuung für mich, auch wenn das Ordnungsgeld wahrscheinlich nicht allzu hoch sein dürfte.“ Laut dem Vorstand der Tierärztekammer könne Serrano nun auch zivilrechtliche Ansprüche geltend machen.

Die Mühlheimerin sieht allerdings zunächst davon ab, will die Angelegenheit außergerichtlich klären und hat der Tierarztpraxis eine Rechnung in Höhe von knapp 2100 Euro geschickt. Die Summe ergebe sich aus den Tierarztrechnungen, den Operations- und den Bestattungskosten.

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