Laut Tierschützer ist Risiko nicht kalkulierbar

Gefahr: Tierschützer wollen Pferdekutschen verbieten 

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Kutschfahrten können tödlich enden – für Tier und Mensch. Deshalb fordern Tierschützer ein Verbot.

Region Rhein-Main – Pferdekutschen sind eine unberechenbare Gefahr für Mensch und Tier. Zu diesem Urteil kommt die Tierschutzorganisation PETA. Deshalb sollten diese am besten in ganz Deutschland verboten werden. Erbost darauf reagieren die Kutscher. Von Oliver Haas

„Die Risiken bei Kutschfahrten sind unkontrollierbar, denn Pferde sind Fluchttiere und können selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten“, so Peter Höffken von PETA. Und ohne sichere Bremssysteme, Airbags und Knautschzone seien schwere Unfälle vorprogrammiert. „Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten“, so Höffken. Laut PETA sei es 2014 deutschlandweit zu insgesamt 60 Unfällen mit 88 Verletzten Fahrgästen gekommen.

„Natürlich ist es immer sehr tragisch, wenn es zu einem Unfall kommt, aber das hat meistens logische Gründe“, sagt Kutscher Stefan Henrich von der Haflinger Ranch in Egelsbach. Einer davon sei schlicht, dass das Pferd schlecht trainiert oder nicht als Kutschenpferd geeignet ist. „99 Prozent aller Unfälle passieren, weil der Kutscher zu unerfahren ist und sein Pferd nicht im Griff hat.“ Man könne daher niemals von einer generellen Gefahr durch Pferdekutschen sprechen.

Kutschenführerschein ist keine Pflicht

Als großes Problem sieht er jedoch, dass es bislang nur für gewerbliche Kutschfahrer Pflicht ist, dass ein Kutschenführerschein erworben werden müsse. Es wäre sinnvoll wenn auch Privatleute einen gewissen Nachweis erbringen müssten, dass sie ihre Kutsche samt Pferde im Griff haben.

Kutschfahrerin Irmtraud Bub aus Bad Homburg ist ebenfalls entsetzt über die Forderung von PETA: „Ein Verbot wäre völlig überzogen. Natürlich bleibe mit Tieren immer ein gewisses Restrisiko, aber wer richtig ausgebildet sei, könne dies immer minimal halten. Deshalb plädiert auch Alexander Monnard, Fahrlehrer für Pferdekutschen aus Roßdorf-Gundernhausen, dafür, dass auch private Kutschfahrer ein Fahrabzeichen absolvieren sollte. „Es ist natürlich richtig, dass Pferde Fluchttiere sind. Und vor allem junge Pferde reagieren oft anders als zunächst vermutet.“ Zudem sei ein guter Reiter nicht unbedingt ein guter Kutschfahrer. „Wer als Anfänger Kutsche fährt, der überschätzt sich leider oft“, so Monnard. Daher sei ein gutes Training wichtig, um zu wissen, wie sich Kutscher in Gefahrensituationen zu verhalten haben.

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