Teure 0900er-Hotlines: So werden Jobsuchende abgezockt

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Auf Jobsuche: August-Willy Ladner kostete ein zweiminütiges Gespräch fünf Euro.

Frankfurt – Mit einem Stundenlohn von bis zu 16 Euro lockt eine Zeitungs-Annonce, in der eine Seniorenbetreuung gesucht wird. August-Willy Ladner aus Frankfurt greift zum Telefon, wird an eine 0900er Nummer verwiesen. Anstatt eines Jobs, gibt es eine Rechnung von 5,79 Euro für 2,33 Minuten Gesprächszeit. Von Jennifer Dreher

„Die wollen gar keine Jobs vermitteln“, vermutet der 71-Jährige. Und die Verbraucherzentrale Frankfurt gibt ihm Recht: „Für einen Job sollte man nichts zahlen“, sagt Pressesprecherin Ute Bitter. Dass Jobsuchende mit diesen Anzeigen auf die 0900er Nummern gelockt werden, sei eine gängige Masche.

Für Ladner endete sie mit 5,79 Euro, weil er das Gespräch frühzeitig beendete. „Die Dame am Telefon wollte mir keine Adresse geben, an die ich mich schriftlich wenden konnte. Obwohl ich sie einwandfrei verstanden habe, meinte sie, dass sie mich schlecht versteht. Irgendwann habe ich aufgelegt“, erinnert sich Ladner an das Telefonat Mitte Juni.

Abzocke am Telefon

Bei einem Minutenpreis von 2,50 Euro können solche Telefonate teuer werden. „Da wird mit der Not der Arbeitsuchenden Geld gemacht“, sagt Ladner. Besonders im Nebenjobsektor gibt es viele dubiose Anbieter.

Tipps für Verbraucher können helfen

Wie Arbeitssuchende unseriöse Angebote leichter erkennen, verrät die Verbraucherzentrale Frankfurt:

In der Anzeige ist kein Firmenname angegeben.

Die Annonce hört sich besonders verlockend an wie zum Beispiel „Topverdienstmöglichkeiten“, „leichte Arbeit von zu Hause aus“.

Der Anbieter ist nur über eine 0900- oder eine andere hochpreisige Telefonnummer zu erreichen. Bei Anruf der in der Anzeige angegeben normalen Ortsnetztelefonnummer wird auf eine 0900-Nummer verwiesen, es sind langatmige Bandansagen zu hören oder minutenlange unnötige Angaben zu machen.

Die Verdienstmöglichkeiten sind übertrieben hoch angesetzt. Mit einigen Stunden Arbeit pro Woche können nicht 1000 Euro verdient werden.

Das Material für den Zusammenbau von Halsketten, Kugelschreibern und Ähnlichem soll zunächst von den Verbrauchern selbst gekauft werden.

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