Millionen Schäden in Frankfurt und Offenbach

Das kosten die Schwarzfahrer

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Zwar gehen die Zahlen der Schwarzfahrer in der Region zurück. Der Schaden bleibt aber immens.
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Region Rhein-Main – Auch wenn die Zahlen rückläufig sind, kosten Schwarzfahrer in Offenbach und Frankfurt die Verkehrsbetriebe jährlich Millionen Euro. Geld, dass ehrliche Fahrgäste am Ende drauf zahlen. Von Angelika Pöppel 

Drei Jugendliche haben am Montag bei einer Fahrscheinkontrolle in Hainburg auf Kontrolleure eingeschlagen. Grund: Sie hatten keine Fahrkarte für den Linienbus. Auch wenn die Täter wenig später in Obertshausen gefasst wurden und nicht jede Fahrscheinkontrolle so handgreiflich endet, sind die blinden Passagiere in Bus und Bahn ein teures Problem.

Die 80-Städte-Studie von reisen.de kam bereits 2013 zu dem Ergebnis, dass Frankfurt zu den Schwarzfahrer-Hochburgen der Republik gehört. Die Mainmetropole landete auf Platz zwei. Insgesamt wurden 10.656 Delikte im Jahr 2012 angezeigt. Ein Jahr später zeigt eine Studie der Wirtschaftswoche unter großstädtischen Nahverkehrsbetrieben ein völlig anderes Bild: Frankfurt ist in dem Ranking von 25 Städten nicht mal aufgeführt. Spitzenreiter ist Duisburg mit vier Prozent.

Offenbach zeigt alamierende Zahlen

Und die Stadt Offenbach ist alarmierend nah dran: 3,38 Prozent der Fahrgäste zahlten 2013 nicht. „Die Zahlen sind im Vergleich zu 2012 sogar zurück gegangen“, sagt Anja Georgi, Geschäftsführerin der Offenbacher Verkehrsbetriebe  (OVB). Den entstandenen Verlust könne sie nicht beziffern.

Anders in Frankfurt: „Knapp 2,8 Millionen Euro Verlust haben wir durch Schwarzfahrer im Jahr 2013 gemacht“, sagt Pressesprecher Klaus Linek von der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq in Frankfurt. In diesem Jahr wurden deshalb auch erstmals Personen direkt an der Station kontrolliert. Die Präsenz der Mitarbeiter soll Schwarzfahrer abschrecken. Auch wenn die Zahlen seit Jahren relativ konstant seien.

RMV bildet eigenes Kontrollpersonal aus

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat scheinbar reagiert und bildet derzeit sogar eigenes Kontrollpersonal aus. „Uns ist sehr daran gelegen, stärker zu kontrollieren“, sagt RMV-Pressesprecherin Petra Eckweiler und hofft auch auf die abschreckende Wirkung. Der RMV verliert durch die Nichtzahler jährlich ein bis drei Prozent der Einnahmen. „Bei einem Prozent sind das schon etwa sieben Millionen Euro“, sagt Eckweiler.

Das Loch in der Kasse der Verkehrsgesellschaften müssen zwangsläufig die zahlenden Kunden stopfen. „Da kommen wir nicht drumherum. Irgendwo muss das Geld ja herkommen“, sagt Traffiq-Sprecher Linek.

Doch auch die blinden Passagiere sollen – wenn sie erwischt werden – künftig mehr zahlen. Statt 40 Euro fordern die Verkehrsminister der Länder 60 Euro Bußgeld. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen begrüßt die neue Regelung. Denn: Pro Jahr entgehen den Nahverkehrsbetrieben durch Schwarzfahrer bundesweit Einnahmen in Höhe von 250 Millionen Euro.

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Angelika Pöppel

Angelika Pöppel

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