Locken mit Lottogewinn

Dreiste Telefon-Abzocker nehmen Senioren ins Visier

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Keine Masche ist ihnen zu plump oder zu dreist: Vor allem Senioren sind immer wieder das Ziel von Telefon-Abzockern.

Taunus – Es gibt keine Masche, die ihnen nicht zu dreist ist. Telefon-Abzocker. Vor allem Senioren sind regelmäßig Opfer der Betrüger. Jetzt wurde in Eschborn einer älteren Dame ein Lottogewinn versprochen. Von Dirk Beutel

Sie dringen in Wohnungen und Häuser ein, ohne sie zu betreten. Ihre Angriffe sind plötzlich und hinterhältig: Telefon-Abzocker. Ihr Ziel: Arglose Senioren. Um ihre Opfer um ihr Geld zu bringen, ist den Betrügern jedes Mittel recht. Obwohl vor den Terror-Anrufen mehrfach von der Polizei oder in den Medien gewarnt wird, gibt es immer noch Menschen, die von Wildfremden am Telefon um mehrere tausend Euro geprellt werden.

„Es werden vor allem Senioren angerufen, die über 70 Jahre oder noch älter sind. Diese Menschen haben gelernt, höflich zu sein und ein Telefonat ordentlich zu beenden“, sagt die Altenhilfe-Planerin der Stadt Eschborn, Susanne Däbritz. Eine gefährliche Kombination, die den Betrügern in die Hände spielt. „Denn man kann sich gegen solche Leute eigentlich nicht wehren. Man kann nur ein gesundes Misstrauen haben und sobald einem etwas seltsam vorkommt, sofort auflegen“, sagt Däbritz.

Betrüger locken mit Lottogewinn

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Vergangene Woche erst erfuhr Däbritz wieder von einer neuen Masche. Eine Seniorin wurde an zwei Tagen hintereinander ein Lottogewinn schmackhaft gemacht.„Bis zum Sommer haben sie sechs Richtige“, soll die nette Stimme am Telefon versprochen haben. Der Trick: Um die so gut wie sichere Gewinnsumme überweisen zu können, benötige man die Kontodaten. Das aber machte die Frau stutzig. Trotzdem ließ sie den Betrüger seine Masche abspulen. Nicht ungefährlich, wie Däbritz warnt: „Egal was einem diese Leute versprechen, sie sind freundlich, reden schnell und viel. Und sobald man irgendeine Frage mit ja beantwortet, schnappt die Falle nämlich zu und ein Vertrag wurde abgeschlossen für den man monatlich zur Kasse gebeten wird.“ Bei dieser Masche werden die Gespräche aufgezeichnet, um den Vertragsabschluss beweisen zu können.

Auch Stadt-Sprecherin Beate Brendel kennt solche Fälle: „Wenn man sich so ein Band hinterher anhört, kann man es nicht glauben, aber der Betroffene hat dann tatsächlich telefonisch einen Vertrag abgeschlossen.“

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Sogar vor Pfarrämtern schrecken die Abzocker nicht zurück. Wie in Hofheim: Ein angebliches Gemeindemitglied habe in seinem Urlaub seine Familie bei einem Unfall verloren und brauche daher dringend Geld für die Heimreise. Bereits zwei Fälle dieser Art sind bei der Kripo Hofheim zur Anzeige gebracht worden.

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