Von wegen Idylle!

Vandalismus, Drogen, Gewalt: Realität in Frankfurter Parks

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Die Ruhe trügt: Rentner Horst Maier (Name geändert) aus Zeilsheim ärgert sich täglich über Vandalismus und Drogendealer im Bechtenwaldpark direkt neben einem Spielplatz.

Frankfurt –Idylle im Park sieht anders aus: Überfälle, Drogengeschäfte und Vandalismus sind in Frankfurter Grünanlagen an der Tagesordnung. Von Angelika Pöppel 

Gemütlich spazieren gehen, Federballspielen, auf dem Spielplatz toben – Frankfurter Parks sind grüne Oasen in der Großstadt. Doch neben dem Sandkasten wird auch mit Kokain gedealt und an der nächsten Bank lauern Verbrecher, die für ein paar Scheinchen zuschlagen. Das ist Realität in Frankfurter Parks. Und das beobachtet auch Rentner Horst Maier (Name geändert) im Bechtenwaldpark in Zeilsheim. „Jugendliche treffen sich hier zum Saufen, hinterlassen Müll und randalieren“, sagt er. Auf den Spielplatz trauen sich am späten Nachmittag keine Kinder mehr. Und auch der Rentner meide den Park am Abend. Drogengeschäfte sind dort an der Tagesordnung: „Auf einem Hügel wurden sogar Büsche und Pflanzen entfernt, damit sie die Geschäfte dort nicht versteckt abwickeln können“, sagt Maier. Dealen im Park – die Polizei kennt das Problem. „In allen Grünanlagen kommt das vor. Denn hier können die Drogendealer ungestört agieren“, sagt Manfred Vonhausen, Pressesprecher der Frankfurter Polizei. Im Innenstadtbereich sei allerdings immer etwas mehr los.

Überfälle in der Taunusanlage, Drogen am Ben-Gurion-Ring

Die kleine Grünanlage am Ben-Gurion-Ring in Nieder-Eschbach zeigt ein anderes Bild. Die brutale Hinrichtung eines 29-Jährigen mit mehreren Kopfschüssen während eines Drogendeals – neben einen Spielplatz – beweist, dass in dem Randbezirk noch immer das Geschäft mit Rauschgift boomt. Schon vor zwei Jahren machte der Ring Negativ-Schlagzeilen wegen Drogenhandels. Scheinbar ist das Problem noch immer nicht gelöst.

Andere Sorgen bereitet die Taunusanlage. In direkter Nähe zum Bahnhof, ist die Grünanlage zwar weit entfernt davon, wieder ein Junkie-Paradies wie in den 80er Jahren zu werden. Doch der Park ist häufig Schauplatz für Überfälle, das belegen Meldungen der Polizei. In keiner anderen Grünanlage werden mehr Überfälle gemeldet. Brutale Überfälle, aber auch einfacher Raub finden in den Abendstunden statt.

Anfang 2014 wurden auch Besucher in der Bockenheimer Anlage, in der Friedrich-Ebert-Anlage und im Rothschildpark überfallen. In Letzterem rissen die Täter einen 50-jährigen Mann zu Boden. Auf den wehrlosen Mann traten die Unbekannten mehrfach ein – ein gebrochenes Nasenbein und Prellungen sind die Bilanz des brutalen Angriffs. Die Täter entkamen mit dem Personalausweis und dem Reisepass ihres Opfers.

"Blinde Zerstörungswut"

Neben Gewalt und Drogenhandel ist auch Vandalismus weit verbreitet. Kaum ein Klettergerüst ist nicht mit Graffiti-Tags beschmiert. Bänke und Mülleimer werden häufig zerstört. Höhepunkt: Eine Parkbank im Tiroler Park in Sachsenhausen ist von Unbekannten im vergangenen Jahr gesprengt worden.

Auch Rentner Horst Maier aus Zeilsheim ärgert sich über Randalierer im kleinen Bechtenwaldpark. „Straßenlaternen und Bänke werden zerstört, Reifen verbrannt. Es ist ein Wunder, dass das Klettergerüst noch steht. Hier herrscht blinde Zerstörungswut.“

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