VGH weißt Taunus-Klage zurück

Fraport lässt jetzt Dächer inspizieren

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Die Fraport will Dächer, die wegen der niedrig fliegenden Flugzeuge abgedeckt wurden, inspizieren.

Region Rhein-Main – Der Protest rund um den Frankfurter Flughafen bricht nicht ab. Vor allem die durch Wirbelschleppen verursachten Schäden an Hausdächern in Flörsheim erregen die Gemüter. Hier eine Zusammenfassung der Ereignisse der vergangenen Tage. Von Norman Koertge

Flörsheim stellt Eilantrag

Nachdem es zu neun gravierenden Wirbelschleppenereignissen gekommen und dabei mehrere Dächer in Flörsheim abgedeckt worden waren, hat Bürgermeister Michael Antenbrink beim Hessischen Verkehrs-Ministerium einen Eilantrag auf Einstellung des Betriebes für bestimmte Flugzeuge gestellt. „Es geht darum, dem Ministerium als Luftaufsichtsbehörde endlich deutlich vor Augen zu führen, was sich hier seit Wochen abspielt und es zur Abhilfe zu verpflichten. Es kann nicht angehen, dass ein Unternehmen die Erlaubnis zur Gefährdung der Bürger hat“, bekräftigt Antenbrink seinen Vorstoß.

Bilder von abgedeckten Dächern in Flörsheim

Flugzeug-Wirbelschleppe reißt Ziegel von Flörsheimer-Dach

Anzeige wegen versuchten Totschlag

Anfang der Woche bestätigt die Staatsanwaltschaft Wiesbaden, dass ein Flörsheimer wegen der heruntergerissenen Ziegel Anzeige wegen versuchten Totschlags gegen Unbekannt gestellt hat.

Fraport startet Dachinspektionen: Seit Dienstag überprüfen von Fraport beauftragte Dachdecker Dächer in den betroffenen Stadtgebieten in Flörsheim und Raunheim. Nach Vorliegen des ersten Gutachterberichts in vier Wochen will sich Fraport wieder mit den Verantwortlichen aus Raunheim und Flörsheim an einen Tisch setzen.

Gericht weißt Klage ab

Flugzeuge dürfen weiter über Eschborn, Kelkheim und andere Kommunen fliegen, um auf dem Flughafen zu landen. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof wies am Mittwoch die Klagen dagegen ab und bestätigte den sogenannten nördlichen Gegenanflug: Bei diesem Flugverfahren landen Flugzeuge über die Kommunen hinweg. Die sechs klagenden Gemeinden – darunter auch Bad Soden, Schwalbach, Sulzbach und Liederbach – hatten argumentiert, sie hätten angehört werden müssen, als die Route 2011 wegen der Nordwest-Landebahn um knapp drei Kilometer nach Norden verlegt wurde. Das Gericht argumentiert, dass das Flugverfahren der sicheren Abwicklung des Flugverkehrs diene. Solange der Lärm nicht unzumutbar werde – und dies sei für die Gemeinden nicht zu erwarten – reiche ein sachlicher Grund für die Verlegung aus.

Streit um Rückenwindkomponente

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Offenbachs Bürgermeister Peter Schneider wundert sich über den Versuch Raunheims, die geltende Rückenwindkomponente von fünf auf sieben Knoten zu erhöhen. Die Bürgerinitiative gegen Fluglärm Raunheim fordert gar eine Erhöhung auf zehn Knoten. „Eine Erhöhung auf zehn Knoten“, so Schneider, „wäre eine Kriegserklärung an Offenbach.“ Er macht deutlich, dass Offenbach gegen eine Erhöhung der Rückenwindkomponente auf sieben Knoten gerichtlich vorgehen wird. „Ich habe volles Verständnis dafür, wenn man sich in Raunheim erhofft, durch das Erhöhen der Rückenwindkomponente Belastungen über den eigenen Dächern stärker zu reduzieren. Von einer Stadt wie Offenbach, wo 80 Prozent des Stadtgebiets der Siedlungsbeschränkung unterliegen und ein Lärmteppich die Gesundheit der Bürger gefährdet, kann aber kein Mensch erwarten, dass sie dies klaglos hinnimmt.“

Protest am Frankfurter Flughafen

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