Nach EXTRA-TIPP-Artikel: Taubenvergifter wird angeklagt

Rodgau - Weil er im Februar diesen Jahres Wirbeltiere ohne einen vernünftigen Grund getötet haben soll, steht der Leiter eines Supermarktes in Rodgau-Weiskirchen jetzt vor Gericht - nachdem der EXTRA TIPP über den Fall berichtete.

Lesen Sie außerdem:

Tauben qualvoll gestorben

Tauben vergiftet: Peta zeigt Markt an

Mit ausgelegten Giftködern auf dem Supermarktgelände waren über 15 Tauben elend verendet und in der Müllpresse gelandet. Die Vögel hatten das Firmengelände mit Kot verunreinigt und waren dem Marktleiter wohl ein Dorn im Auge. Dem Angeklagten droht nun eine Geld- oder Freiheitsstrafe. Denn Vergiften von Tieren verstoße gegen das Tierschutzgesetz, weil die Tiere meist langsam und qualvoll verenden würden. Zudem ist das Ausbringen von Gift in die Umwelt eine Straftat und könne auch Menschen gefährden, heißt es seitens des Gerichts: „Es liegt eine Straftat gegen das Tierschutzgesetz vor, und Giftreste können gefährlich sein“, so Strafrichter Ulrich Wetzel.
Auf die Schliche kam man dem Taubenvergifter durch Zeugen die sich gemeldet hatten, nachdem der EXTRA TIPP im März über den Fall berichtete. Die sechs Zeugen hätten glaubwürdig und unabhängig voneinander geschildert, dass sie einen Mitarbeiter des Marktes gesehen hätten, wie er etwas ausstreute, sagt Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater der Tierschutzorganisation Peta, die sich sofort in die Angelegenheit einschaltete und eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise auf den Taubenvergifter aussetzte.

Mit Erfolg: Nachdem Peta Anzeige gegen den Supermarkt erstattet hatte, wird nun das Hauptverfahren gegen den Angeklagten eröffnet: „Es ist positiv herauszustreichen, dass in einem solchen Fall, bei diesen zu Unrecht so geächteten Tieren, eine Anklageschrift verfasst wurde und eben nicht nur ein Haftbefehl“, freut sich Haferbeck. map

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare