Tauben-Donnerbalken über seinem Parkplatz

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Stinksauer: Josef Schneider ist wütend, dass sein Auto jeden Tag von Taubenexkrementen verdreckt ist. Der Kot verätzt den Lack seines roten VW Polos.

Frankfurt – Sie machen ihr Geschäft aufs Trottoir, machen auf Balkone, auf Autos und auf Köpfe. Tauben koten immerzu. Sie tun das auch auf den angemieteten Parkplatz und das Auto von Josef Schneider aus Frankfurt-Nied. Jetzt hat der Rentner die Nase voll vom Taubendreck und fordert von seinem Vermieter: „Der Donnerbalken muss weg!“ Von Mareike Palmy

Eine zentimeterhohe Schicht aus hart gewordenem Taubenkot verdreckt die Autoscheibe des alten roten Fox Polos. Blütenstaub und Laub sammelt sich darauf. Unzählige Federn liegen auf dem Boden verstreut. „Das ist ein echt beschissenes Problem, für das ich jeden Monat fünf Euro bezahle“, ärgert sich Josef Schneider.

Der Frankfurter kann seinen extra angemieteten Parkplatz nicht nutzen, da dieser von Taubenkot übersät ist. Ein großer Eichenbaum dient den Vögeln als Landeplatz und Toilette. Unten drunter: Schneiders Wagen. „Jeden Morgen ist das Auto übelst mit Taubenkacke verschmiert. Das Klo ist genau über meinem Parkplatz, da im Baum“, sagt der Rentner und deutet auf einen großen Ast.

Ein beschissenes Problem

Nicht nur das stundenlange Gurren der Tiere nervt Josef Schneider. Der 63-Jährige stört sich besonders an dem ekligen Kot, der seinen Autolack angreift: „Der ätzende Taubendreck frisst sich in den Lack und ist nicht nur schwer zu entfernen“, sagt der ehemalige Elektriker, „durch die Sonne der letzten Tagen, ist der Taubenkot so fest, dass eine Fahrt durch die Waschstraße überflüssig ist, außerdem ist es am nächsten Tag eh wieder total verdreckt“, so Schneider.

Seit November 1969 mietet Schneider den Stellplatz vor seiner Wohnung von der Wohnheim GmbH. Auch der Taubendonnerbalken steht auf dem Grundstück der Gesellschaft. Bis jetzt nahm er den „Scheiß“ zähneknirschend hin, denn er ist auf den Stellplatz angewiesen. Langsam platzt ihm allerdings der Kragen: „Von der Wohnheim GmbH interessiert das niemanden. Die vermieten den Platz, nehmen Geld ein, obwohl er unbenutzbar ist. Dabei sind die verpflichtet den Platz benutzbar zu machen. Beispielsweise den Baum absägen oder einen Überstand errichten. Aber alles was Geld kostet, wird nicht gemacht“, beschwert sich Josef Schneider.

Taubenkot wird hart und verätzt den Lack

Der Taubendonnerbalken ist genau über Josef Schneiders Parkplatz.

Bei der Wohnheim GmbH zeigt man sich allerdings versöhnlich: „Wir wollen Herrn Schneider nicht ärgern, schließlich ist er einer unserer längsten Mieter. Den Baum fällen können wir nicht, dazu bräuchte es eine Fällgenehmigung und die gibt‘s nur bei kranken Bäumen“, sagt Klaus Oehm von der Wohnheim GmbH.

Eine Möglichkeit gibt es allerdings: „Neben dem Schneiderschen Stellplatz sind noch 21 weitere. Die sind zwar zurzeit alle vermietet, doch sobald der nächste baumfreie Parkplatz frei wird, gehört er Herrn Schneider“, verspricht Prokurist Klaus Oehm.

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