Täter suchen keine Gegner, sondern Opfer

Von Norman KörtgeHeusenstamm/Rodgau - Es kann in der Kneipe, Disco oder in der S-Bahn passieren. Erst wird man mit den Augen fixiert, dann verbal beschimpft und schließlich versucht der Angreifer zuzuschlagen. Ritual-Kampf nennt Ingo Dobner das immer wieder zu beobachtende gleiche Schema.

Der 39-Jährige aus Rodgau vermittelt eine effektive Selbstverteidigungsmethode, die schnell zu erlernen ist. Elite Combat Program (auf deutsch: Elite Kampf Programm) heißt die martialisch und nach militärischem Drill klingende Methode.

Ingo Dobner ist ganz das Gegenteil eines Drill-Sergeant. Er ist vielmehr ein friedliebender Mensch, der im Hauptberuf Bauleiter in einer Fliesenfirma ist. Aber er weiß sich auch im Notfall zu verteidigen.

Schläger und Verbrecher "suchen keine Gegner, sondern Opfer", berichtet Dobner und ergänzt: "Da wird sich auch nicht an Regeln gehalten." Aus seiner Sicht einer der Gründe, warum erlernte Kampfsport- oder Selbstverteidigungstechniken wie Judo, Karate, Jiu Jitsu oder Boxen außerhalb der Sporthallen oft nicht besonders effektiv sind. "Das soll aber nicht heißen, dass die traditionellen Techniken schlecht sind", merkt der 39-Jährige an. Er selbst erlernte durch Bruce-Lee-Filme inspiriert Taekwondo und später Wing-Tsun.

Doch um diese Sportarten zu erlernen und richtig anwenden zu können, müssen meist viele Jahre investiert werden. Auf der Suche nach etwas effektiven, schnell erlernbaren und universell einsetzbaren stieß der Rodgauer auf das Elite Combat Program. Ursprünglich für militärische Spezialkräfte entwickelt, wird es in abgeänderter Form jetzt für die zivile Selbstverteidigung angeboten.

"Mich hat sowohl die Theorie als auch die Praxis überzeugt", erzählt Dobner, der mittlerweile lizensierter Instruktor ist und in den Räumen des Heusenstammer Sportstudios Asketykon Kurse und Seminare anbietet. Der Dialog und De-Eskalation sind dabei grundlegende Inhalte. "Wir suchen nicht die Konfrontation", macht Dobner deutlich. Vielmehr lernen seine Teilnehmer, Gefahren zu erkennen und nicht blindlings in Konfrontationen hineinzulaufen. Aber wenn diese unausweichlich ist, gilt es, blitzschnell zu reagieren und sich selbst zu schützen.

"Ready-Position" heißt die im Kurs zu erlernende Ausgangsstellung, bei der reflexartige die Arme hochgenommen und im 45-Grad-Winkel dem Gegner in abwehrender Haltung entgegen gehalten werden. Schläge und Hiebe können so zunächst einmal abgewehrt werden und der Angegriffene kann gegebenenfalls nachsetzen. Effektiv ist die Technik, da sie weitgehend unabhängig der Aktionen des Gegners ausgeführt wird und dessen Handlungskapazitäten einschränkt.

Der Basis-Kurs dauert 20 bis 24 Stunden, kostet 240 Euro und wird nicht nur im Studio, sondern auch im Außenbereich unter realistischen Bedingungen trainiert. 30 Prozent Theorie und 70 Prozent Praxis umfassen die Kurse, die garantiert ohne militärischen Drill, aber teilweise unter Stressbedingungen stattfinden. Da das alles mit wenig Krafteinsatz passiert, ist es auch ideal für Frauen, die bisher etwa ein Drittel seiner Teilnehmer ausmachen.

Ingo Dobner empfiehlt auf jeden Fall, ein unverbindliches Probetraining mitzumachen. Weitere Informationen im Internet unter www.ep-dobner.de oder Tel.:  (0177) 4418004.

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