Stromzähler-Chaos in Münster

"Ich habe nie eine Antwort auf meine Fragen bekommen", erzählt Otto Wachner. Er ist nicht nur Vater von Walter Kopp, sondern auch der Betreuer für seinen geistig behinderten Sohn.

Seit Monaten versucht Wachner Licht in ein Abrechnungs-Chaos zu bringen, aber gegen den automatisierten Prozess beim Stromanbieter Entega hatte er keine Chance. Ähnlich wie bei Nachbarin Reinhilde Hellmuth, die erst nach Intervention des EXTRA TIPPs Gehör fand. Ihr Fall ist mit dem von Walter Kopp verbunden.Soviel steht fest: Das Chaos bei den Stromzählern wurde beim Einzug von Walter Kopp in das behindertengerechte Haus in Münster ausgelöst. Das war im Dezember 2006. Sein Vater meldete versehentlich einen falschen Stromzähler bei der Entega an. Nämlich den von Reinhilde Hellmuth. "Mir wurde dieser Zähler vom Hausmeister zugewiesen", beteuert Wachner. Das Chaos nahm seinen Lauf.br /br /Die Entega meldete daraufhin Hellmuth ab und schickte eine Schlussrechnung, die Hellmuth wie berichtet nur als Jahresabschlussrechnung interpretierte. Von da an war sie offiziell keine Kundin mehr. Das sollte sie aber erst ein Jahr später merken. Da begann wie berichtet ihr Kampf um eine korrekte Abrechnung. Diese will endlich auch Otto Wachner für seinen Sohn haben.br /br /Rückblende: Wachner zahlte zunächst für den falschen Zähler. "Im Juni 2007 hat Entega festgestellt, dass für den richtigen Zähler für Herrn Kopp keine Anmeldung vorliegt, obwohl Strom verbraucht wird. Entega hat ihn deshalb laut den gesetzlichen Regelungen für diesen Zähler angemeldet", erklärt Entega-Pressesprecher Gert Blumenstock. Ab diesem Zeitpunkt waren auf Kopp zwei Zähler angemeldet. Der Stromanbieter unterrichtete ihn darüber lediglich mit einem Willkommensschreiben. Keine Rede davon, dass Kopp einen Zähler nicht angemeldet hatte. Anhand der unterschiedlichen Vertragskonten und Zählernummern hätte der Kunde merken müssen, dass auf ihn zwei Zähler angemeldet sind, meint Blumenstock. "Entega konnte den Fehler zunächst nicht entdecken, weil es häufig vorkommt, dass Kunden Strom von zwei oder mehreren Zählern beziehen", ergänzt der Entega-Sprecher.br /br /Aber: Der Kunde merkte es nicht. Wachner war verwundert, dass Rechnungen kamen, obwohl er zahlte. Es folgten Mahnungen, die Wachner ignorierte, weil er sie nicht zuordnen konnte. Im Dezember 2007 sperrte die Entega den Stromanschluss. Ausgerechnet über Weihnachten. Erst da wurde das Problem offensichtlich. "Warum hat mein Sohn zwei Zähler?", fragte Wachner die Entega. Der Stromanbieter stornierte daraufhin das falsche Vertragskonto und buchte bereits gezahlte Beträge auf das korrekte Konto um.br /br /Soweit die Fehlerbehebung der Entega. Aber für Wachner sind die ganzen folgenden Abrechnungen nicht mehr nachvollziehbar. Trotzdem zahlte er. Anfang dieser Woche war er sich sicher, dass es keine offenen Forderungen gibt. Bis am Donnerstag erneut eine Mahnung über 156,22 Euro im Briefkasten lag. "Ich weiß nicht wofür. Ich habe keine Aufstellung der Kosten", sagt er resigniert.Nach dem der EXTRA TIPP zum wiederholten Male die Entega mit den Vorwürfen der Mieter aus der Kreuzstraße konfrontiert hat, soll es nächste Woche klärende, persönliche Gespräche geben. Der EXTRA TIPP bleibt dran.br /br / br /br /So berichtete der EXTRA TIPP vergangene Wochebr /br / br /br /Entega lässt Bettlägerige im Stichbr /br /Stromzähler-Chaos in Münster: Anbieter ignorierte Briefe â?? Jetzt half der EXTRA TIPPbr /br /Von Norman KörtgeMünster â?? Reinhilde Hellmuth aus Münster hat derzeit sicherlich andere Probleme, als sich mit einem Stromanbieter herumzuärgern. Die 56-Jährige ist an Parkinson erkrankt, ist bettlägerig und muss in ihrer Wohnung in der Kreuzstraße betreut werden. Doch seit Anfang des Jahres haben sich die Ereignisse mit ihrem Stromlieferanten Entega überschlagen. Klärungsversuche in Briefform scheiterten, weil die Entega nicht darauf einging und sogar mit Strom-Sperrung drohte â?? bis der EXTRA TIPP vermittelte.br /br /Diese Woche hat Reinhilde Hellmuth endlich Gehör gefunden. Und es kommt Licht ins Chaos. Angefangen hat nach Meinung von Entega-Sprecher Klaus Ackermann alles mit dem Einzug eines neuen Mieters in das behindertengerechte Haus in Münster. Das war Ende 2006. Da müssen von Seiten des neuen Bewohners Zählernummer und Zählerstand verwechselt worden sein. Auf jeden Fall bekam Hellmuth, die bis dahin nie Probleme mit der Entega hatte, im Januar 2007 eine so genannte Schlussrechnung. Die 56-Jährige interpretierte dies jedoch als Jahresabschlussrechnung. Aber es war das Vertragsende. "Da sich der neue Mieter mit der Zählernummer angemeldet hatte, sind wir davon ausgegangen, dass Frau Hellmuth ausgezogen ist", berichtet Ackermann. Da die heute 56-Jährige weiterhin Strom bekam, merkte sie nichts. Auch nicht, dass von ihrem Konto nicht mehr die Abschlagszahlungen abgebucht wurden. br /br /Kein Wunder: Mehrmals lag sie im vergangenen Jahr im Krankenhaus, hatte ganz andere Sorgen.Dass die Entega nichts mehr von ihrem Konto abbuchte merkte sie erst in diesem Februar, als sie von der Entega ein Willkommensschreiben bekam: Lieferbeginn war der 25. Dezember 2007. Der angegebene Zählerstand war der selbe wie vor knapp einem Jahr. Demnach hätte Hellmuth ein Jahr lang keinen Strom verbraucht. Darüber war sie verwundert, teilte der Entega den richtigen, aktuellen Zählerstand mit und hoffte auf Klärung. Doch sie hat nicht mit dem automatisierten Prozess der Entega gerechnet. Denn dort schrillten keineswegs die Alarmglocken wegen der stark abweichenden Zählerstände. Stattdessen wurde der komplette Jahresverbrauch 2007 einem falschen Zeitraum und damit einem falschen Strompreis zugeordnet. Dagegen legte Hellmuth zu Recht Widerspruch ein, forderte eine korrigierte Abrechnung. Doch der blieb ungehört â?? stattdessen kamen Mahnungen. Die Eskalationsspirale drehte sich weiter. Erschwerend kam hinzu, dass Hellmuth wegen eines missglückten Telefonanbieterwechsels telefonisch nicht zu erreichen war. Aber auch das teilte sie der Entega schriftlich mit. Dann drohte der Stromanbieter mit Kappung der Leitung zum 13. Juni, Hellmuth antwortete mit einem Hausverbot. Sie war am Ende ihrer Kräfte.br /br /Diese Woche schaltete sich der EXTRA TIPP ein, erklärte der Entega zunächst das Problem und innerhalb von noch nicht einmal 24 Stunden fanden erste klärende Gespräche statt. Die Ursache für das Chaos steht fest, die Mahngebühren werden erlassen, eine neue Rechnung soll erstellt werden.Reinhilde Hellmuth atmet auf. Ihr ist diese Woche ein Stein vom Herzen gefallen, sagt sie. In Zukunft wird sie mit der Entega keine Probleme mehr haben. Sie hat zum 1. Juni den Anbieter gewechs

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare