Streit um Messel-Millionen: Gruben-Besitzer fordert Anteil

Ida gilt als wissenschaftliche Sensation. Der versteinerte Urzeit-Primat gilt als fehlendes Bindeglied zwischen Menschheit und Tier.

Für eine Million Dollar, so heißt es, ist er erst kürzlich nach Norwegen verkauft worden.Als Edwin Christl, Geschäftsführer des Zweckverbands Abfallverwertung Südhessen hört, dass ihm eigentlich die Hälfte davon zusteht, ist er baff. Darüber hinaus hat der Zweckverband als ehemaliger Besitzer der Grube ein Anrecht auf die Hälfte aller dort jemals gemacht Funde. Der Pressesprecher des hessischen Wirtschaftsministeriums bestätigt das. "Grundsätzlich gilt: Grabungsfunde gehören grundsätzlich zur Hälfte dem Finder und zur Hälfte dem Besitzer des Bodens", erklärt Pressesprecher Ulrich Adolphs.Für Christl selbst hat das bisher nie eine Rolle gespielt. "Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Funde ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken ausgegraben wurden." Das stimmt aber nur bedingt. Viele der Stücke wurden weiterverkauft, für horrende Summen, verrät ein Hobby-Paläontologe, der seinen Namen nicht verraten möchte. Er will in der Gräber-Szene nicht als Nestbeschmutzer gelten. "Aber ich versichere, da sind im Lauf der Jahre zig Millionen über den Tisch gegangen, ohne, dass das jemand mitbekommen hat."Das will Christl nicht länger hinnehmen. "Wir werden das juristisch prüfen lassen", kündigt er an: "Dann werden wir nachträglich einfordern, was uns zusteht."Klar ist, welche wissenschaftlichen Gesellschaften in den letzten Jahrzehnten in Messel gegraben haben: Senckenberg, das Landesmuseum Darmstadt, das Naturkundemuseum der Stadt Dortmund, das königliche belgische Naturwissenschaftliche Museum in Brüssel, die Universität Hamburg und die Landessammlung für Naturkunde in Karlsruhe.All diese Gesellschaften könnten nun in Erklärungsnöte kommen, wenn der Zweckverband seine Ansprüche geltend macht. Ungeklärt ist bisher aber auch, wie das Super-Fossil aus der Grube geschafft wurde. Ob die Finder, das Ehepaar Behnke (wir berichteten), für eine dieser Gesellschaften gegraben hat, ist nicht bekannt. Hier liegt der Fall für Christl schwieriger. "Wir werden prüfen, ob es sich lohnt, da weiter nachzuforschen."br /

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