Durchgangsverkehr ist schuld

Feinstaub gefährdet Bad Homburgs Kurstatus

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Bad Homburg kämpft um seinen Kurstatus. Immer wieder werden bei Messungen sowohl Feinstaub- als auch Stickstoffdioxid-Grenzwerte erreicht.

Taunus – Regelmäßig werden in Bad Homburg die Feinstaub- oder Stickstoff-Grenzwerte erreicht oder überschritten. Zwar wird erst in sieben Jahren über den Kurstatus neu entschieden. Die Stadt muss aber jetzt damit anfangen, das Ruder herumzureißen, wenn sie ihr „Bad“ behalten will. Von Dirk Beutel

Schon 2009 kritische Qualitätswerte erreicht

Damit könnte es vorbei sein, wenn nicht an der Infrastruktur gefeilt wird. Bad Homburgs Oberbürgermeister Michael Korwisi weiß um die Brisanz, die in der Luft liegt: „Wir müssen in die Zukunft schauen und die gute Qualität erhalten. Die Werte für Stickoxyde und Feinstaub müssen wir im Auge behalten“, schreibt das Stadtoberhaupt auf seiner Internetseite. Schon in einem Gutachten vom Deutschen Wetterdienst im Auftrag der Stadt von 2009 wurden die Qualitätsgrenzwerte entweder erreicht oder knapp überschritten. Dasselbe bei inoffiziellen Messungen 2011. Zu wenig für eine Kurstadt. Das Regierungspräsidium Kassel plant, 2020 wieder den Kurstatus prüfen. Doch welche Maßnahmen ergreift die Stadt um sein „Bad“ zu halten?

Wie kann die Stadt das Ruder noch herumreißen?

Die Stadt analysiert kontinuierlich die Luftqualität. Busse des öffentlichen Personennahverkehrs sollen umweltfreundlich, etwa mit Hybrid-Antrieb, fahren. Mobile Blitzeranlagen sollen Raser ausbremsen. Dazu unterstützt die Stadt Sanierungsmaßnahmen privater Haushalte. Etwa für die Umstellung auf Gas, den Einbau von solarthermischen Anlagen und für Wärmedämmung. Dafür investiere die Stadt 450.000 Euro. Die Kaiser Friedrich Promenade, und damit der Kurbezirk, soll vom Verkehr entlastet werden.

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Eine Umweltzone würden wir auch begrüßen. Doch das Land Hessen hat sich bisher gegen neue Umweltzonen ausgesprochen“, sagt Sebastian Schaub (Grüne), Stadtverordneter und Mitglied im Umwelt- und Verkehrsausschuss. Er weiß, dass die Stadt etwas tun muss: „Die Zeit bis zur Prüfung ist nicht so üppig, wie es sich anhört. Die Maßnahmen, die wir anstoßen wollen, brauchen Zeit um sie umzusetzen und bis sie Wirkung zeigen.“

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