Steuer-Grab: Erst Wohngeld kassieren, dann Miete prellen

Valentina Wetzel ist eine gebrochene Frau: "Manchmal glaube ich, es wäre besser, wenn ich einfach einschlafe und nicht mehr aufwache." Als die kleine, weißhaarige Spätaussiedlerin das sagt, schießen ihr die Tränen in die Augen.br /Ihr Geld langt nicht einmal mehr, um die eigene Wohnung im Winter war

entina Wetzel ist eine gebrochene Frau: "Manchmal glaube ich, es wäre besser, wenn ich einfach einschlafe und nicht mehr aufwache." Als die kleine, weißhaarige Spätaussiedlerin das sagt, schießen ihr die Tränen in die Augen.br /Ihr Geld langt nicht einmal mehr, um die eigene Wohnung im Winter warm zu halten oder für ein nahrhaftes Mittagessen. Monatelang hat sie sogar in einem zugigen Verschlag im Keller der Wohnanlage gehaust, weil sie ihre Wohnung aus Geldmangel untervermietet hat. Tagsüber hat sie in Offenbach und Dietzenbach mit einem Umhängeschild öffentlich protestiert, hat um Hilfe gebettelt. Aber niemand half ihr. "Jetzt kann ich einfach nicht mehr", sagt die Rentnerin traurig.br /Wetzel, die zwei Wohnungen im Dietzenbacher Spessartviertel besitzt und eine davon selbst bewohnte, ist Opfer von Mietnomaden geworden. Die haben sich mit Bescheinigung des Sozialamtes erst bei Wetzel eingemietet und zahlen jetzt schon seit Monaten keine Miete mehr, ziehen aber auch nicht aus.br / Dennoch hat der Kreis Offenbach, trotz Wetzels Warnung, Monat für Monat mehrere hundert Euro Mietgeld an die Sozial-Schmarotzer überwiesen â?? und sich damit an die aktuelle Gesetzgebung gehalten. Die besagt nämlich, dass das Geld nur an den Mieter und nicht an den Vermieter gezahlt werden darf. "Die Menschen sollen möglichst viel Eigenverantwortung lernen", rechtfertigt Heike Helfer, Pressesprecherin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Berlin, den Wahnsinn. Nur bei Wiederholungstätern, die über lange Zeit säumig seien, könne man eine Ausnahme machen und das Geld direkt überweisen.br /Im Dietzenbacher Kreishaus kommen solche Fälle deshalb immer wieder auf den Schreibtisch. "Uns wäre auch eine andere gesetzliche Grundlage lieber", gibt der zuständige Dezernent Carsten Müller zu. Aber ihm seien die Hände gebunden.br /Die Kreisverwaltung hat jetzt zumindest angewiesen, dass die zukünftigen Mieten direkt an Wetzel überwiesen werden, teilt Pressesprecher Ralf Krambs mit. Für die Rentnerin ist das nur eine kleine Hilfe. "Ich habe allein im letzten Jahr fast 5.000 Euro verloren. Wahrscheinlich muss ich erst selbst zum Sozialfall werden, bevor ich mein Geld zurückbekomme", sagt sie verbitt

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