Kritik an Offenbacher Ordnungsamt

Von der Stadt im Stich gelassen: Kampf gegen Dreck der anderen

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Schon wieder ein leerer Becher im Rinnstein. Jonny Kessel hat es satt, ständig den Müll der anderen von seinem Grundstück zu sammeln, weil er dorthin weht.

Offenbach – Seit sechs Monaten kehrt Jonny Kessel den Dreck der anderen von seinem Gehweg in der Offenbacher Rheinstraße. Seit Monaten versucht der Rentner die Stadt dazu zu bewegen, etwas gegen den Dreck im Rinnstein des Nachbargrundtücks zu tun. Passiert ist nichts. Von Christian Reinartz

Bis Kessel den EXTRA TIPP einschaltet.

Ein Windstoß und alte Joghurtbecher wehen vor das kleine, gepflegte Haus von Jonny Kessel. Sein Gehweg ist sonst immer pico bello gefegt. „Aber die anderen lassen ihr Grundstück zu einem richtigen Dreckstreifen verkommen, beklagt sich Kessel. „Da wurde in diesem Jahr noch nicht einmal sauber gemacht“, sagt der Rentner: „Der ganze Müll und Dreck im Rinnstein fliegt immer zu mir, und ich darfs dann wegkehren.“

Das Problem: In der benachbarten Wohnanlage von Kessel wird nie die Straße gekehrt. Deswegen starrt der Rinnstein mittlerweile vor Dreck. Dabei hat Kessel mehrfach bei der Baugesenossenschaft anzurufen. „Die schieben aber immer nur die Verantwortung auf die Stadt, sagt Kessel.

Kessel glaubt das zunächst und wendet sich ans Ordnungsamt, zeigt die Zustände dort an. „Die haben aber abgewunken und mir gesagt, dass die Wohnungsbaugesellschaft dort kehren müsste. Nicht die Stadt“, erinnert sich Kessel: „Die haben sich gegenseitig den schwarten Peter zugeschoben.“

Irgendwann habe man ihm beider Stadt zugesichert, sich um das Problem zu kümmern. Doch wieder passiert nichts. Dann hat Kessel die Faxen dicke und wendet sich an den EXTRA TIPP.

Der Fall ist beim Ordnungsamt bekannt

Der hakt beim stellvertretenden Leiter des Offenbacher Ordnungsamts, Frank Weber, nach. Der gibt zu: „Ja, wir kennen den Fall.“ und „Ja, es ist seit damals relativ viel Zeit vergangen in der nichts passiert ist.“ Damals sei das Problem nicht als so dringlich eingestuft worden. Nun will er dafür sorgen, dass die Rheinstraße wieder sauber ist und hat sich mit dem für die Stadtreinigung zuständeigen städtischen Dienstleister ESO auseinandergesetzt. „Die Sache wird jetzt sofort angegangen“, verspricht er. Zunächst wolle man sich mit der Wohnungsbaugesellschaft in Verbindung setzen und darauf drängen, das diese ihrer Kehrpflicht nachkomme.

Jonny Kessel ist deswegen erleichtert: „Endlich passiert mal was.“ Doch so richtig freuen will er sich nach den zahlreichen erfolglosen Vorsprachen bei der Stadt noch nicht. „Ich bin mal gespannt, ob die jetzt wirklich was machen, oder ob die mich schon wieder nur vertröstet haben.“

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