Ermittlergruppe ohne Spur / Motiv unklar

Kelkheim jagt einen Serien-Brandstifter

+
Schuppenbrand in Kelkheim-Münster am 21. Februar: Das Feuer richtete einen Schaden von etwa 10.000 Euro an.

Kelkheim  - Seit Monaten wird Kelkheim von einem Feuerteufel heimgesucht. Fast 30 Brände in einem halben Jahr hat er gelegt. Die Sorge, dass irgendwann Menschen verletzt werden, wächst. Jetzt hat die Polizei den Fahndungsdruck erhöht. Von Dirk Beutel 

Lesen Sie außerdem:

Fremdenhass oder Neid: Wer ist der Feuerteufel in Maintal?

Angst vor dem Feuerteufel in Sindlingen

So eine Brandserie hat Kelkheim seit Jahrzehnten nicht erlebt! Erst waren es nur Mülltonnen, dann standen auf einmal Autos und sogar Gebäude in Flammen. Wie die Polizei verrät, geht man von einem Einzeltäter aus, der wahrscheinlich selbst aus Kelkheim stammt.
Seit dem 27. August sucht der Brandstifter die Stadt heim. Schwerpunkt ist die Stadtmitte, aber auch in den Stadtteilen Münster, Hornau und Fischbach wurde Feuer gelegt. Mittlerweile sind es 29 Fälle. Bislang kam noch niemand zu Schaden. Noch. Zuletzt hat er vergangene Woche in der Fasanenstraße zugeschlagen und ein mobiles Toilettenhäuschen niedergebrannt.

Ermittlergruppe gegründet

Im Februar wurde die Arbeitsgruppe Brand ins Leben gerufen, um dem Serienzündler auf den Pelz zu rücken. Den bisher größten Schaden hat er Ende Januar an der Kindertagesstätte Rosa Raupe angerichtet. Mitten in der Nacht wird die Feuerwehr alarmiert, doch als die am Tatort ankommt, sind die Flammen einer angezündeten Papiertonne, die in einem trockenen Holzanbau steht, längst auf die direkt anliegende Kita übergegangen. Das Ausmaß der Zerstörung ist enorm: Die Küche und ein Betreuungsraum sind völlig zerstört, Schadenshöhe etwa 250.000 Euro.

Schwere der Delikte hat deutlich zugenommen

Auffällig: „Nicht nur, dass sich der Täter offenbar auf Kelkheim beschränkt, die Schwere der Delikte hat mit der Zeit deutlich zugenommen. Zuletzt hat er sogar billigend in Kauf genommen, dass Menschen zu Schaden kommen“, sagt Thomas Baumann. Er leitet die vierköpfige Ermittlergruppe, die die Brände genau unter die Lupe nehmen. „Sowohl der Stil als auch der enge zeitliche Zusammenhang lassen keinen anderen Schluss zu“, sagt Baumann.

Bisher tappen die Ermittler allerdings noch im Dunklen, auch nach dem Motiv wird gesucht. Nicht auszuschließen, dass es dem Täter nur um Aufmerksamkeit geht. Baumann: „Dafür spricht, dass seine Brände zuletzt immer größer, gefährlicher und damit auch in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen werden.“

Mehr zum Thema

Kommentare