Spielplatz als Gassiwiese für Kampfhunde

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Erwischt! Eine Kampfhundebesitzerin wird von der Polizei vernommen.

Frankfurt – Im Frankfurter Volkspark nutzen rücksichtslose Kampfhundebesitzer, die beiden Spielplätze am Hausener Nidda-Ufer als Gassi-Wiese und Trainingsgelände für ihre Tiere. Ein Parkbesucher fordert jetzt striktere Kontrollen. Von Domenico Sciurti

Hunde sind auf den Spielplätzen am Niddaufer verboten. Dennoch treiben dort immer wieder Kampfhunde ihr Unwesen, während die Herrchen gemütlich auf der Bank sitzen. Beobachtet hat das Familienvater Julius Peter Zyweck. Das Unglaubliche: Der Sitzteller einer dort installierten Seilbahn wird offenbar als Trainingsgerät für die Hunde genutzt. Das Gummi weißt zahlreichen Biss-Spuren auf, vermutet Zyweck.

Er versucht zunächst die Hundebesitzer anzusprechen. „Aber da bekommt man immer die gleiche Standardausrede zu hören: ,Der Hund tut doch nichts!‘“, sagt Zyweck: „Aber man kann nie sicher sein.“

Polizei kommt nach 30 Minuten

Julius Peter Zyweck vermutet, dass Hunde hier beißen üben.

Vor sechs Wochen reicht es ihm. Er verständigte das Frankfurter Ordnungsamt und die Polizei. „Ich habe drei Mails geschrieben und mehrmals angerufen. Doch geändert hat sich bis heute nichts.“
Und tatsächlich: Vor Ort bietet sich das geschilderte Bild. Zwei Frauen sitzen rauchend auf einer Bank, daneben ein angeleinter Kampfhund. Drei weitere Tiere streunen umher. Er ruft diesmal gleich die Polizei. Doch die lässt fast 30 Minuten auf sich warten. Zyweck: „Da ist es doch klar, dass die niemanden mehr antreffen.“
Doch diesmal reicht die Zeit. Eine Überprüfung ergibt, dass notwendige Dokumente für die Hunde zu Hause vergessen wurden. Zudem war einer der Hunde nicht mit einem vorgeschriebenen Identifikations-Chip versehen. Die Polizei: „Das wird für die Damen richtig teuer.“

Drei Problem-Parks in Frankfurt

Auf Zywecks mehrfache Beschwerden angesprochen, geben sich die Mitarbeiter im Ordnungsamt zunächst ahnungslos. Erst als der EXTRA TIPP im Büro von Ordnungsdezernent Volker Stein nachhakt, kommt Bewegung in die Sache. Ordnungsamt-Sprecher Michael Jenisch: „Ja, wir wurden über die Fälle informiert.“ Eine E-Mail sei im Ordnungsamt eingegangen, allerdings keine Anrufe.

Warum man trotzdem nicht reagiert hat, erklärt Jenisch: „Dieser Park gilt als einer von drei Problem-Parks in Frankfurt, dort wird ohnehin schon dreimal pro Woche kontrolliert.“

Dass Zyweck nichts von den Überprüfungen mitbekommen hat, bezeichnet er als Zufall. Die Notwendigkeit häufigerer Kontrollen sieht Jenisch nicht: „Die würden wir nur vornehmen, wenn sich die Lage dramatisch zuspitzt.“

Zyweck macht Gute Miene zum bösen Spiel. „Diese Polizeikontrolle hat hoffentlich Signalwirkung. Das spricht sich bei Hundebesitzern rum“, sagt Zyweck: „Mir geht es nicht darum, dass jemand bestraft wird. Mir geht es nur um die Sicherheit der Kinder.“

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