Neue Beiß-Attacke an Pfingsten: Spaltdaumen-Bericht spaltet Leserschaft

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Ilenia Spano (rechts) wurde beim Kellnern von einem Rottweiler in den Oberschenkel gebissen (kleines Foto). Ihre Chefin Anita Martin will jetzt Leinenzwang einführen.

Region Rhein-Main - Nach dem Artikel „Bestie spaltet seinen Daumen“ kochen die Emotionen hoch. Während Hundefreunde befürchten, dass nun alle Vierbeiner der Region in Verruf geraten könnten, hat sich an Pfingsten schon die nächste Beiß-Attacke ereignet. Wieder in Neu-Isenburg. Und wieder fordern die Betroffenen härtere Sanktionen für Herrchen, die ihren Vierbeiner nicht im Griff haben. Von Christian Reinartz

Lesen Sie hier mehr über die Beiß-Attacke auf Klaus Bourguignon.

Beim Kellnern im Neu-Isenburger Biergarten der Sonnenstube im Eichenbühl hat der Rottweiler eines Gastes Ilenia Spano in den Oberschenkel gebissen. „Ich war völlig geschockt, denn es hat so weh getan“, sagt Spano, die sofort ins Krankenhaus gebracht wurde. Einen Grund für die Attacke kann sie nicht erkennen. „Die Herrchen haben aber gleich gesagt, dass ich halt zu schnell gelaufen wäre. Später haben sie mir 100 Euro angeboten“, ärgert sie sich über die uneinsichtigen Hundebesitzer: „Was muss denn noch passieren, bis jemand zugibt, dass das Verhalten des Hundes falsch war. Stattdessen werden immer nur Ausreden gesucht.“ Spano fordert nun, wie schon Klaus Bourguignon in der letzten Ausgabe: „Alle Hundehalter sollen einen Hundeführerschein machen!“

Leser verteidigen den Hund, der Bourguignon biss

Ilenia Spano (rechts) wurde beim Kellnern von einem Rottweiler in den Oberschenkel gebissen (kleines Foto). Ihre Chefin Anita Martin will jetzt Leinenzwang einführen.

Unterdessen sorgen sich Hundebesitzer in der Region um das Image ihrer Tiere. „Durch solche effekthascherische Berichterstattung wird nur die Angst vor den Hunden geschürt“, beschwerte sich etwa eine Leserin aus Offenbach am Telefon. Claudia Krah aus Frankfurt meinte: „Der Hund hatte vielleicht Schmerzen oder panische Angst vor dem anderen Hund. So etwas kann man aber nicht als Bestie bezeichnen.“
Andere bezweifelten die Schwere von Klaus Bourguignons Verletzungen, sprachen ihm gar das Recht ab, sich zu beschweren, weil er selbst einen großen Schäferhund habe und die „Verletzung nur ein Kratzer ist“. Ingo Holzmann aus Dreieich sieht das differenzierter: „Ich möchte keine beißenden Hunde verharmlosen, aber Klaus Bourguignon ist für mich, neben dem Besitzer des Border-Collies, einer der ersten Kandidaten für einen Hundeführerschein. Bei diesem Lehrgang hätte er gelernt, dass es der größte Fehler ist, den ein Hundebesitzer machen kann, sich aus persönlicher Angst schützend vor seinen Hund zu stellen.“

Meinungen über Hundeführerschein gehen auseinander

Wieder andere regten sich in Briefen über den geforderten Hundeführerschein auf. Harry Rosenkranz aus Frankfurt: „Den lehne ich ab, da dieser nur Geld in irgendwelche Vereine spült, die sich selbst als geeignet zur Abnahme darstellen. Denn die Kommune kann das nicht leisten.“

Ganz anders Marlis Tarach aus Neu-Isenburg. Sie befürwortet eine Prüfung für alle Hundehalter und gibt dem Ordnungsamt die Schuld: „Ich habe es in Isenburg schon häufiger erlebt, dass dort viel zu langsam reagiert wird. In der Zwischenzeit haben diese Hunde schon wieder neu zugebissen.“ Sie fordert: „Auch ein Yorkshire-Terrier-Herrchen sollte einen Hundeführerschein machen, und jeder Hund sollte haftpflichtversichert sein müssen.“

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