Späh-Attacke am Automaten: Die Angst hebt mit ab

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Der Kartenschlitz an diesem Automaten wurde manipuliert. Für den Kunden nur schwer zu erkennen.

Frankfurt – Einfach unbeschwert Geld am Bankautomat abheben – die Zeiten sind vorbei. Und das nicht, weil der Kontostand es nicht zulässt. Sondern vielmehr, weil fiese Betrüger den Automaten manipuliert haben könnten, um an die Geheimnummer und Konto-Daten zu kommen. Die Polizei registriert immer mehr solcher Skimming-Angriffe in Frankfurt. Vor allem an den Wochenenden. Von Norman Körtge

Die Zahlen der Frankfurter Polizei sprechen für sich. Alleine in diesem Jahr wurden im Stadtgebiet 25 Geldautomaten manipuliert. Im gesamten vergangenen Jahr waren es lediglich 27 angezeigte Taten. Zuletzt war ein Automat in Höchst betroffen. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hatten die Polizei informiert. Diese stellte an dem Apparat eine prdofessionell manipulierten kartenlesesr sowie ein Mobiltelefon mit Fotofunktion inklsuive Zusatzakku zu Ausspähen der Geheimnummern-Eingabe sicher. Das Handy war so in die Deckenverkleidung des Bankfoyers eingebaut, dass für Kunden so gut wie nicht erkennbar war. Die Polizei vermutet hinter den Tätern professionelle Banden aus Osteuropa.

Verbrecher klauen Daten schon an der Banktür

Skimming – englisch für abschöpfen oder absahnen – nennt sich das kriminelle Verfahren. Die Skimmer montieren vor den Karteneinzugsschlitz ein weiteres Lesegerät. Das kann sowohl der Kartenschlitz am Eingang zu einer Bank als auch am Automaten selbst sein. Damit werden die Daten von der Karte abgeschöpft.

Eine andere Variante ist, dass der Automat so manipuliert wurde, dass er die Karte nicht mehr ausgibt. Entfernt sich der Kunde, holen die Daten-Diebe die Karte heraus. An den PIN-Code gelangen die Gangster entweder mit Hilfe von Mini-Kameras, die das Tastaturfeld ausspähen oder ganz raffiniert, indem die Tastatur mit einem Aufsatz überklebt wird. Diese speichert Zahlen und die Reihenfolge.

Leergeräumt wird das Konto dann an Bankautomaten im Ausland.

Täter werden immer raffinierter

„Die Täter sind in der Vergangenheit immer raffinierter geworden“, berichtet André Sturmeit von der Frankfurter Polizei. Waren die Ausspähkameras und Lesegeräte früher noch in klobigen Leisten versteckt, sind die manipulierten Geräte jetzt nur noch schwer zu erkennen. Er und seine Kollegen setzen daher vor allem darauf, Bankkunden auf die Gefahren hinzuweisen und beim Geldabheben einige Ratschläge zu beachten.

Im Zweifelsfall sollte sofort die Polizei gerufen werden. „Fehlalarme nehmen wir in diesen Fällen in kauf“, sagt Sturmeit.

So schützen Sie sich vor der Skimming-Attacke:

Um kein Skimming-Opfer zu werden, empfiehlt die Polizei folgende Verhaltensweisen:

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