Souvenir: Nazi-Zwerge grüßen aus Frankfurt

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Drei Nazi-Gartenzwerge stehen im Schaufenster des Design Classics in Frankfurt.

Frankfurt – Sie strecken die rechte Hand zum Hitlergruß: In einem kleinen Schaufenster in Frankfurt stehen Nazi-Gartenzwerge. Die Zwerge sind berüchtigt: In Nürnberg haben sie bereits die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Von Angelika Pöppel

Ottmar Hörl.

Zipfelmütze, voller Bart und nur rund 40 Zentimeter groß – so sehen Gartenzwerge aus. Doch in Frankfurt stehen besondere Exemplare im Schaufenster. Die goldenen, silbernen und schwarzen Zwerge heben die rechte Hand zum Hitlergruß. Stefan Stirnmann, Inhaber des Geschäftes Design Classics in der Frankfurter Fahrgasse, hat die Wichte in sein Schaufenster gestellt. „Bis jetzt hat sich noch niemand über die Zwerge aufgeregt“, sagt der Inhaber. In Nürnberg dagegen schafften es die kleinen Zipfelmützenträger, die Staatsanwaltschaft auf den Plan zu rufen. Die Figuren des Kunstprofessors Ottmar Hörl sorgten im Schaufenster einer Galerie für Aufsehen. Passanten empörten sich. Doch die Staatsanwaltschaft entschied: Sie verstoßen nicht gegen die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Hörl hat sich somit nicht strafbar gemacht. Denn die Nazi-Zwerge seien Kunst und sollen den Nationalsozialismus ins Lächerliche ziehen. Dennoch müsse die öffentliche Verwendung in jedem Einzelfall geprüft werden. „Nuancen entscheiden, ob es sich um eine Straftat handelt oder nicht“, sagt Thomas Bechtel von der Frankfurter Staatsanwaltschaft.

Stirnmann ist überzeugt: „Es sind Kunstwerke mit einem Augenzwinkern.“ Der Zwerg spreche auch kein rechtes Publikum an. Im Gegenteil: Touristen aus aller Welt kaufen das deutsche Souvenir, sagt Stirnmann. In der heutigen Zeit, sei es kein Problem die Zwerge zur Schau zu stellen. „Ich verkaufe sie nicht, weil ich ein Nazi bin“, versichert er. Dennoch sei er der einzige, der die Wichte in der Stadt Frankfurt überhaupt anbiete.

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