Sossenheimer wehren sich gegen Auto-Wahnsinn

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Mit Flugbättern weisen die Sossenheimer Bürger-Aktivisten auf ihren Protest hin.

Frankfurt – Der Protest ist sichtbar. An vielen Laternenpfählen entlang der Westerbachstraße in Sossenheim hängen die Plakate der neu gegründeten Bürgerinitiative „A66+A5 Westerbachstraße + Siedlung“. Die Initiatoren wehren sich gegen den geplanten Ausbau der Straße. Sie befürchten eine Verschlechterung der Lebens- und Wohnverhältnisse. Von Norman Körtge  

Nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar werden, soll der Protest am Dienstag, 15. Juni, ab 17 Uhr in der Ortsbeiratssitzung im Höchster Bolongaro-Palast, Bolongarostraße 109. Denn die erst vor wenigen Tagen gegründete Bürgerinitiative lädt alle Anlieger zu der Sitzung ein. „Bislang haben wir von den Plänen nur indirekt gehört. Und von den Politikern hier konnte auch keiner was Konkretes sagen“, berichtet Wilhelm Müller, einer der Mitbegründer der Initiative. Er hat aber erfahren, dass Mitte dieser Woche die Pläne an die Politiker verschickt worden sind.

Protest gegen vierpsurigen Ausbau

Wilhelm Müller zeigt den Unterschriftenordner.

Müllers Kenntnis nach soll die Westerbachstraße, die die Stadtteile Rödelheim und Sossenheim mit einander verbindet, teilweise vierspurig ausgebaut werden. Hintergrund ist, dass im Sossenheimer Gewerbegebiet mehr Betriebe angesiedelt werden sollen und dementsprechend die Westerbachstraße leistungsfähiger werden muss. Dabei leiden die Anwohner schon jetzt unter der Verkehrsbelastung. „Vor allem im Berufsverkehr stauen sich hier die Autos“, erzählt Müller. Verursacht wird das auch dadurch, dass der Verkehr aus Eschborn über die Wilhelm-Fay-Straße zugenommen habe. Deshalb fordern Müller und seine Mitstreiter auch einen weiteren Anschluss von Eschborn und dem Sossenheimer Gewerbegebiet an dieA66 sowie einen direkten Zubringer von Eschborn zur A5. All das, damit es zumindest an der Westerbachstraße wieder ruhiger wird. „Je nach Windrichtung hört man in der Westerbach-Siedlung sowieso den Lärm“, sagt Müller – denn diese liegt im Dreieck von A5, A66 und A648.

Hausbesitzer fürchten Enteignung

Sollte die Westerbachstraße ausgebaut werden, befürchten die Hausbesitzer dort eine heimliche Enteignung. Wer ziehe denn hier noch in die Wohnungen, wenn er an einer vierspurigen Straße leben muss, werfen sie ein. Rückhalt hat die Bürgeriniative jedenfalls in der Bevölkerung. Innerhalb kürzester Zeit haben die Aktivisten bereits mehr als 280 Unterschriften gesammelt.

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