Was tun bei Nummernschild-Klau?

Heiße Ware: Kfz-Kennzeichen sind begehrtes Diebesgut

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In unbemerkten Momenten stehlen Kriminelle immer wieder Kfz-Kennzeichen anderer Leute. Nummernschilder, die nicht verschraubt sind, sind besonders leichte Beute.

Region Rhein-Main - Fremde Nummernschilder sind vor allem bei Tank- und TÜV-Betrügern begehrt. Jahr für Jahr werden in Deutschland tausende Kennzeichen gestohlen. Im Rhein-Main-Gebiet wurde besonders in den Sommerferien wieder zugeschlagen. Von Fabienne Seibel

Pünktlich zu den Sommerferien schossen die Spritpreise wieder in die Höhe. Die hohen Benzinpreise verführten Diebe in den vergangenen Wochen dazu, sich an der Tankstelle ohne zu zahlen mit geklauten Kfz-Kennzeichen aus dem Staub zu machen. Auch für andere Straftaten wurden Kennzeichen gestohlen.

In Hofheim tankten zwei junge Männer aus Wiesbaden Mitte August ihren Wagen an einer Tankstelle voll, ohne anschließend zu zahlen. Kurz danach stellte sich raus, dass die Männer Tage zuvor für ihren Tankbetrug Kennzeichen in Wiesbaden entwendet hatten.

Am 22. August gelang es in Frankfurt, eine Tankbetrugsserie zu klären. Ein 24-Jähriger aus Groß-Gerau hatte seinen Wagen seit Anfang Juli mindestens sechs Mal vollgetankt und war ohne zu bezahlen davon gefahren. Vor seinen Taten brachte der Täter gestohlene Kennzeichen an seinem Kleinwagen an.

In Eschborn entwendeten Unbekannte am 17. August und 20. August mehrere Kennzeichen von geparkten Autos.

Straftaten verschleiern

Anfang August wurden in Langen im Stadtgebiet Steinberg in einer Nacht mehrere Kennzeichen von geparkten Fahrzeugen entwendet. Zu welchem Zweck ist unklar, doch Andrea Ackermann von der Polizei Südosthessen sagt: „Kennzeichen werden gestohlen, um Straftaten zu verschleiern. Das geht von Raubüberfall, über Versicherungsbetrug bis hin zum Tankbetrug.“ Eine Geschädigte aus Langen sagt: „Als ich morgens an mein Auto kam, war das hintere Nummernschild samt Halterung weg. Ich war geschockt und habe mich sehr geärgert.“

Wird man selbst Opfer eines Kennzeichen-Diebstahls, bedeutet das neben dem aufkommenden Ärger vor allem eines: Einen tiefen Griff in den Geldbeutel.

Bemerkt man den Diebstahl, sollte der erste Weg zur Polizei führen: „Als ich den Diebstahl festgestellt habe, habe ich direkt Anzeige erstattet. Danach musste mich dann selbst um zwei neue Kennzeichen kümmern, was mich Zeit und Geld gekostet hat“, sagt die Langenerin.

Mit einer Anzeige-Bestätigung der Polizei kann man sich bei der Kfz-Zulassungsstelle neue Kennzeichen ausstellen lassen. Nur für diese beiden Wege darf das Auto im Straßenverkehr noch benutzt werden.

Tiefer Griff in den Geldbeutel

Der Besuch auf der Zulassungsstelle ist jedoch alles andere als billig. „Ich musste Verwaltungsgebühren, die Prägung der neuen Kennzeichen, den Tausch der Fahrzeugpapiere, eine neue Umwelt- und TÜV Plakette sowie eine neue Nummernschild-Halterung bezahlen. Das hat mich ganze 92 Euro gekostet“, sagt die Frau aus Langen. „Ich hatte vorher ein Wunschkennzeichen, das ich jetzt nicht mehr benutzen darf, weil es wegen des Diebstahls gesperrt werden muss“, fügt sie hinzu.

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Neben dem Gang zur Zulassungsstelle sollte man die gestohlenen Kennzeichen bei der Versicherung sperren lassen. Verursacht der Dieb mit dem gestohlenen Kennzeichen einen Unfall, könnte der Versicherungsvertrag mit den Kosten belastet werden.

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