EXTRA TIPP gibt im Video Tipps

30 Kilo Druck auf den Nacken: Blick aufs Handy macht krank

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Gesundheitstrainer Harry Kakas weiß: Wer zu oft aufs Handy schaut, kann krank werden. Die Ursache sind zwei Arterien, die eingequetscht werden.
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Region Rhein-Main - Steifer Nacken? Schuld ist oft der häufige Blick aufs Smartphone. Doch die Folgen können noch viel verheerender sein: Das Seh-, Sprach- und Hörzentrum kann massiv geschädigt werden. Der EXTRA TIPP gibt Tipps, wie vorgebeugt werden kann. Von Oliver Haas 

Im Schnitt nutzt laut einer Umfrage jeder Deutsche sein Smartphone 81 Minuten pro Tag. Wer mobil auf Facebook surft, Whatsapp-Nachrichten schreibt oder sich den neuesten YouTube-Clip anschaut, neigt in der Regel seinen Kopf weit nach unten. Die Quittung könnte in einigen Jahren kommen: Nicht nur Bandscheibenschmerzen, auch Sprachprobleme, Ohrenleiden wie Tinitus, massive Sehschwächen und Schwindelanfälle können die Folgen sein.

Warum, erklärt Gesundheitstrainer Harry Kakas vom Fitness-Park-Offenbach: „Wenn der Kopf durch den Blick aufs Smartphone nach vorne geneigt wird, werden immer zwei wichtige Arterien eingequetscht. Das heißt, die Blut- und damit Sauerstoffzufuhr des

Kleinhirns wird massiv verringert“.

Diese Entspannungs-Übungen helfen:

30 Kilo drücken auf den Nacken

Welche Kräfte dem Körper durch Blicke aufs Handy zugemutet werden, wird bei folgender Rechnung deutlich, die der New Yorker Wirbelsäulenchirurg Ken Hansraj veröffentlichte: Der Kopf eines Erwachsenen wiegt etwa vier bis sechs Kilo. So viel Gewicht drückt in der sogenannten Null-Grad-Stellung auf die Wirbelsäule. Geht der Kopf 15 Grad runter, dann drücken schon zwölf Kilogramm auf Hals und Nacken. Und wer auf sein Handy blickt, mutet seinem Nacken durch einen 60-Grad-Winkel rund 30 Kilogramm zu. Und diese Masse drückt auf die wichtigen Arterien im Nackenbereich.

Zunächst fängt es nur mit Schmerzen an, die an der Seite zu Schulter ausstrahlen. „Durch die Fehlstellung ist alles im oberen Halsbereich verspannt“, sagt Kakas. Im schlimmsten Fall können Betroffene ihren Kopf nicht mehr alleine drehen, sondern müssen ihren gesamten Körper bewegen, um zur Seite blicken zu können.

Smartphone immer etwas höher halten

Wie kann gegen diese Kräfte entgegen gewirkt werden, damit die Gesundheits-Gefahren möglichst gering sind? „Um so stärker ein Muskel ist, desto mehr hält er natürlich aus. Aber selbst als Durchtrainierter spürt man es, wenn der Nacken zu oft beansprucht wird.“ Deshalb empfiehlt Fitnesstrainer Kakas in erster Linie bewusster mit dem Handy umzugehen. „Man nicht muss nicht jede Nachricht sofort checken. Und wenn man das Smartphone etwas höher vors Gesicht hält, dann wird der Nacken sehr entlastet.“ Und wer kein Sport macht und bereits Probleme hat oder diese verhindern möchte, dem empfiehlt er Dehnübungen für die Nackenmuskulatur. „Die Übungen sollte man alle zwei Tage machen. Das dauert fünf Minuten. Das sollte der Arbeitgeber gestatten.“ Viele Wochen Ausfall durch eine kaputte Bandscheibe seien viel schlimmer.

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Oliver Haas

Oliver Haas

E-Mail:oliver.haas@extratipp.com

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