Silikon-Skandal: Auch im Taunus gibt es betroffene Frauen

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Schönheitschirurg Volkhart Krekel mit einem Silikon-Implantat.

Kelkheim – Bis zu 10.000 Frauen in Deutschland sollen von Billig-Implantaten betroffen sein – auch viele im Taunus. Schönheitschirurg Volkhart Krekelaus aus Kelkheim, hat seit Bekanntwerden der Problematik bereits mehrere der umstrittenen PIP-Implantate entfernt. Von Julia Renner

Es erreichen mich viele Anfragen von Patientinnen – sei es, weil sie ihren eigenen Operateur nicht erreichen oder einfach aus Verunsicherung“, sagt Krekel. „Vielen Frauen geht es emotional schlecht und das wiegt mitunter schwerer als der medizinische Aspekt“, weiß der Schönheitschirurg. Oft hätten die Patientinnen Panik, könnten nachts nicht mehr schlafen aus Angst, die Silikonkissen in der Brust könnten reißen. Doch an sich, so sagt der Arzt, sei Silikon nicht schlecht. Von den derzeit umstrittenen Produkten abgesehen, seien Silikon-Implantate heutzutage „extrem sicher“. Risse hätten die wenigen PIP-Implantate, die er bereits entfernt hat, keine gehabt. Dafür sei etwas Silikongel „ausgeschwitzt“ worden, also aus der Hülle ausgetreten.

Volkhart Krekel rät Frauen mit Brustimplantat, sofort zum Arzt zu gehen, wenn sie Falten spüren, sich die Form der Brust stark verändert, sich eine Entzündung abzeichnet oder die Brust geschwollen ist und pocht. Wenn sich dagegen nichts verändere, gebe es keinen akuten Handlungsbedarf. „Zum Arzt des Vertrauens“ sollten die Frauen trotzdem gehen und sich untersuchen lassen, rät Arzt Krekel.

Der Schönheitschirurg selbst hat vereinzelt PIP-Implantate verwendet. Billig-Produkte seien das aber keinesfalls gewesen, sondern „eher im Mittelklasse-Segment“ angesiedelt, sagt er.

Zwischen Politik und Krankenkassen wird noch rege diskutiert, wer für die Kosten aufkommen soll, die durch das Entfernen der schadhaften und das Einsetzen neuer Implantate entstehen. „Die Ärzte sollten den Patienten entgegen kommen“, sagt Krekel.

Er selbst entferne und ersetze die Implantate zu einem günstigeren Preis als üblich. Schließlich seien sowohl die Patientinnen als auch die Chirurgen auf die „kriminellen Machenschaften eines Einzelnen“ reingefallen.

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