Bewohner empört: Sex in den Vorgärten der  Kuhwaldsiedlung

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Eine Prostituierte an der Kuhwaldsiedlung.

Frankfurt – Die Anwohner der Kuhwaldsiedlung in Frankfurt haben jeden Tag den Straßenstrich direkt vor der Haustür. Straßenhuren und Freier vergnügen sich in ihren Vorgärten und hinterlassen benutzte Kondome. Von Angelika Pöppel

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„Es ist eine Zumutung“, sagt Gisela Arens aus Frankfurt. Die Bewohnerin der Kuhwaldsiedlung will nicht länger mit ansehen, wie das Wohngebiet vomStraßenstrich erobert wird. „Immer mehr Damen stehen auf dem Parkplatz an der Theodor-Heuss-Allee“, hat Arens in den vergangenen Jahren beobachtet. Dabei ist der Straßenstrich an dieser Stelle verboten. Erst hinter dem Parkplatz in Richtung Stadtmitte dürfen die Bordsteinschwalben an der Straße stehen. Direkt hinter dem Parkplatz befindet sich die Kuhwaldsiedlung. Und hier fahren die Freier mit ihrer Begleitung hin um sich zu vergnügen.

Gisela Arens zeigt auf die Kuhwaldsiedlung in Frankfurt. Direkt davor ist der illegale Straßenstrich auf dem Parkplatz der Theodor-Heuss-Allee.

Auch Margrit Orth, Inhaberin des Brotkörbchens hat das schon oft beobachtet. „Die Freier haben vor meiner Haustür Verkehr“, erzählt sie. Auch andere Anwohner mussten schon das Gestöhne aus dem Vorgarten mitanhören, weiß Orth. „Wir sind nicht prüde, aber das muss doch nicht sein“, sagt sie. Täglich finden die Anwohner auch Kondome und Verpackungen auf den Straßen. Besonders beliebt sind die Braunfeldstraße, die Philipp-Reis-Straße und Am Damgraben: Die Freier nutzen die ruhige Wohngegend, um ungestört zu sein. Doch ungestört sind die Bewohner nicht. „Wir sind in unserer Lebensqualität eingeschränkt“, sagt Arens. Denn die Bushaltestelle Philipp-Reis-Straße werde von den Anwohnern gemieden. Sie sei verdreckt und auch am hellichten Tag stehen hier leicht bekleidete Damen. Auch der Weg zur Grundschule führt direkt über eine Fußgängerbrücke am Straßenstrich vorbei.

Ordnungsamt kennt das Problem

Von der Stadt fühlt sich Arens im Stich gelassen: „Die Kuhwaldsiedlung ist scheinbar nicht wichtig genug.“ Dem Ordnungsamt in Frankfurt ist das Problem bekannt. „Wir gehen den Hinweisen nach, wenn die Prostituierten die Toleranzzone verlassen“, sagt Ralf Rohr. Doch mehr als Streifenpolizisten vorbeischicken können sie kaum. „Wenn die Polizei da ist, sind die Übeltäter schon längst verschwunden“, sagt Arens.

Wenn sich die Prostituierten in dem erlaubten Bereich aufhalten würden, wäre den Bewohnern geholfen. Denn hinter dem Parkplatz bietet sich den Freiern keine Möglichkeit in ein Wohngebiet zu fahren. Deshalb fordert Arens die Stadt auf das Problem ernst zu nehmen und die Prostituierten in die Toleranzzone zurückzuschicken.

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