Schutzlos den Chaoten ausgeliefert

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Der 21-jährige Beifahrer liegt noch immer schwer verletzt im Krankenhaus. Der 20-jährige Fahrer und eine 18-jährige Mitfahrerin erlitten einen Schock. 

Region Rhein-Main – Noch immer sucht die Polizei mit Hochdruck nach dem unbekannten Täter, der in der Nacht zum vergangenen Sonntag bei Bad Homburg Gesteinsbrocken auf die Autobahn 5 geworfen hat. Getroffen wurde ein Auto mit drei Insassen. Der 21-jährige Beifahrer liegt weiter schwer verletzt im Krankenhaus.

Der 20-jährige Fahrer und eine 18-Jährige auf dem Rücksitz erlitten einen Schock.

Lassen sich solche Straftaten überhaupt verhindern? Der ADAC sieht keine Chance, Autofahrer vor Steinewerfern zu schützen: „Es ist unmöglich, sämtliche Brücken in Deutschland so abzusichern, dass so etwas nicht mehr passieren kann. Dazu wäre eine permanete Überwachung notwendig und das ist nicht machbar“, sagt ADAC-Sprecherin Marion-Maxi Hartung.

Absperrungen und Videoüberwachung würden solche Taten nicht verhindern, auch für die Autofahrer selbst gebe es nur wenig Möglichkeiten, einer solchen Tat zu entgehen. Hartung: „Autofahrer können sich gegen solche Vorfälle nicht schützen. Prinzipiell ist es wichtig, dass ausreichend Abstand zu vorausfahrenden Autos gehalten wird, damit zumindest Auffahrunfälle vermieden werden können.“

Vielmehr müsse auf Prävention und Aufklärung gesetzt werden, wie Bettina Freifrau von Schorlemer vom Frankfurter Therapiezentrum weiß: „Um den Kick geht es bei der Tat anfänglich weniger. Sie entsteht vielmehr aus Langeweile und Gelegenheit heraus. Die Steinewerfer langweilen sich, haben keine Idee, was sie mit ihrer Zeit gerade anfangen sollen. Dann gibt es eine Brücke – weil man dort sowieso gerade ist – und in der Nähe Steine zum Werfen. Meistens liegt keine vorsätzliche Tötungsabsicht dahinter oder der Vorsatz, jemanden zu verletzen. Im Gegenteil: Die Steinewerfer sind sich während ihres Tuns nicht bewusst, was für Folgen entstehen können. Die soziale Herkunft spielt nur eine geringe Rolle.“

Stattdessen müsse man auf Prävention und Aufklärung setzen. Bettina Freifrau von Schorlemer: „Das Wichtigste wäre, jungen Menschen bewusst zu machen, was durch eine solche Tat passieren kann, welche Folgen sie für die Betroffenen und deren Angehörige hat und was das alles für den Steinewerfer bedeutet – faktisch und emotional.db

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