Die Schöpfung fährt Achterbahn

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Frommes Vergnügen: Der Genesis-Bibelpark in einer 2D-Animation. Arche Noah, Achterbahn in die Hölle und Sinflut inklusive

Region Rhein-Main – Der Turm zu Babel, die Arche Noah und der Garten Eden liegen bald am Main. So Gott will. Denn der schweizerische Verein ProGenesis plant den weltgrößten Bibelpark in der Region. Besonders das Kasernengelände in Babenhausen haben die christlichen Fundamentalisten im Blick. Von Mareike Palmy

In anderen Ländern gibt es solche Parks bereits. Jetzt soll ein biblischer Themenpark auch in der Nähe von Frankfurt entstehen. Bis 2012 will die Genesis-Gruppe ihr rund 120 Millionen Euro teures Projekt errichten. Entstehen sollen unter anderem eine in Originalgröße gebaute Arche Noah, der Garten Eden, aber auch eine Achterbahn mit Sinflut die sich über den Besuchern ergießt ist im Heiligen Disneyland vorgesehen. Nur noch ein passendes Gelände fehlt dem „Verein zur Aufklärung über Schöpfung, Heilige Schrift und Gott“ für den Baustart.

Nur der Bauplatz fehlt dem Verein ProGenesis noch

Gerhard Bachor

Ginge es nach Gerhard Bachor, wäre das 60 Hektar große ehemalige Militärgelände in Babenhausen, das ideale Grundstück für dieses Vorhaben: „Die leerstehende Kaserne wäre ein toller Platz für den Park“, erklärt Gerhard Bachor, „rund um Frankfurt sehe ich die Möglichkeit dazu, denn hier gibt es nichts Vergleichbares“. Der Schaafheimer Geschäftsmann unterstützt seit sechs Jahren das Projekt, sieht sich als Vermittler und schlug den Schweizern auch das Babenhäuser Gelände vor. Er befürwortet den Bau in Hessen, denn der Bibelpark bedeutet für ihn auch eine wirtschaftliche Aufwertung der Region: „Allein 600 neue Arbeitsplätze sollen in dem Park geschaffen werden“, weiß der gelernte Techniker Bachor.

Bau des Bibel-Parks ist umstritten 

„Da ist viel Geld im Spiel“, sagt Hansjörg Hemminger, Weltanschauungsbeauftragter der evangelischen Landeskirche Württemberg. Er beobachtet ProGenesis seit ihrer Entstehung 2006. Der Verein hat höchstens ein paar Hundert Mitglieder. Die meisten davon sind reiche Geschäftsleute, die in das Projekt regelmäßig investieren. „ProGenesis ist keine Glaubensgemeinschaft, eher eine ideologische Gruppe ohne Gefahrenpotential“, erklärt Hansjörg Hemminger, „trotzdem lehnt die evangelische Kirche deren Anschauung als theologischen und wissenschaftlichen Unsinn ab.“

Stadt Babenhausen lehnt Bauvorhaben ab

Dieses leerstehende Kasernengelände in Babenhausen eignet sich prima für das Bauvorhaben.

Auch die Stadt Babenhausen konnte nicht ihr Okay für den Bibel-Themen-Park an der B26 geben: „Es wurden bestimmte Vorgaben gemacht. Alle Interessenten müssen diese Qualitätsziele erfüllen. Der Verein ProGenesis konnte das nicht“, sagt Sylvia Klötzel von der Wirtschaftsförderung der Stadt. Dabei war Gerhard Bachor guter Dinge, als er der Rathauschefin Gabriele Coutandin mit Genesis-Chef Gian Luca Carigiet, im Frühjahr 2010 den Vorschlag unterbreitete. „Die Stadt hat abgelehnt, aber der Plan ist nicht begraben“, ist sich Bachor sicher, „alles ist noch in der Schwebe, es gibt noch alternative Orte im Rhein-Main-Gebiet“, so Bachor. Der nächste Schritt ist der Gang zur Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dem Eigentümer des Geländes. Denn das letzte Wort zum Thema Bibelpark ist noch nicht gesprochen. „Den Bauplan gibt es nach wie vor“, bestätigt auch Herald Janssen von der Geschäftsleitung der Genesis-Gruppe.

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