Schilder-Unsinn: Rodgauer sauer!

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Richard Bauer ist sauer.

Rodgau– Deutschland – Schilderland: Auf den Straßen herrscht die Regulierungswut. Alle 28 Meter steht im Durchschnitt hierzulande ein Verkehrsschild auf der Straße. Insgesamt sind es mehr als 20 Millionen. Experten behaupten, dass mindestens ein Drittel davon überflüssig ist. In Rodgau Dudenhofen machen zwei Parkverbotsschilder die Anwohner stinksauer. Von Mareike Palmy

30 Jahre war es friedlich in der Dudenhöfer Wohnanlage Niederwiesenring. Seit Oktober 2009 allerdings stören Halteverbotsschilder die Idylle der Anwohner. Das Ordnungsamt Rodgau stellte die Schilder Ende des vergangenen Jahres auf. Seitdem ist es für die Anwohner ein regelrechter Spießrutenlauf. Denn wer nur kurz parkt, wird notiert und bekommt ein Knöllchen. „Die Schilder sind völliger Unsinn! An manchen Tagen haben Anwohner hier schon mehrere Strafzettel kassiert“, empört sich Richard Bauer, der ein Haus in dem Wendehammer besitzt. „Hier sitzt irgendwo einer hinterm Fenster und schreibt fleißig seine Nachbarn auf“, ärgert sich Bauer, der seit längerem gemeinsam mit drei weiteren Familien gegen das Halteverbot im Niederwiesenring 89 bis 99 kämpft.

Verkehrssicherheit sei Grund für die Halteverbote

Ihr habt doch einen Vogel: Selin (5) und Marlon (5) verstehen die ganze Aufregung nicht.

Direkt angesprochen, will keiner der Anwohner das Halteverbot gefordert haben. Trotzdem bestätigt das Ordnungsamt auf EXTRA-TIPP-Anfrage, dass mehrere Beschwerden vorlagen. Die Aufstellung sei im Zuge der Verkehrssicherheit im Straßenverkehr vorgenommen worden. Grund für die Aufstellung der Schilder ist, so die Stadt Rodgau, die Behinderung des Zugangs zu den Mülltonnen. Diese Behinderung könne, so vermuten die Anwohner, jedoch nur vor einem Haus auftreten. Die anderen Anlieger haben ihren Zugang zur Mülltonne auf dem eigenen Grundstück. Die Niederwiesenring-Anwohner fordern deshalb: „Stellt das Schild doch dort auf!“

Bauer ist sauer


Bei der Stadt Rodgau versteht man die Aufregung nicht. Die Beschilderung beziehe sich auf die Parksituation vor bestimmten Häusern. In einem Brief an die betroffenen Anwohner heißt es: „Zur Sicherstellung einer ausreichenden Durchfahrt und für eine ordentliche Nutzung der dortigen Hauseingänge haben wir die Einrichtung eines eingeschränkten Halteverbots für notwendig gesehen“. Richard Bauer ist sauer: „Wir lassen uns von den Leuten im Amt nicht unterkriegen und werden weiter gegen Geldverschwendung und Überregulierung protestieren“, erklärt er. In dem Brief der Stadt an die Bewohner heißt es weiter: „Für die Anwohner hat sich verkehrsrechtlich nichts geändert, weshalb wir die Angriffe in keinster Weise nachvollziehen können.“

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