Einkaufswagen versperren Wege, Eingänge und Feuerwehrzufahrten am Frankfurter Berg

Schiebung am Supermarkt

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Hausbewohner, die zu faul zum Tragen sind, nehmen die Einkaufswagen mit bis ins Wohnhaus.

Frankfurt - Wo man hinsieht: Einkaufswagen. Ob Rewe, Lidl oder Netto – jede Supermarktkette ist vertretet. Schon seit Monaten versperren die blechernen Ungetüme die Gehwege, Eingänge und Feuerwehrzufahrten in der Wohnsiedlung nahe der Homburger Landstraße.Von Mareike Palmy

An manchen Tagen stehen bis zu 70 Einkaufswagen verteilt auf dem Gelände.

Einkaufswagen soweit das Auge reicht. An der Julius Brecht Straße und in Frankfurt-Griesheim stehen überall die blechernen Ungetüme.

Hochhaus-Bewohnerin Renate Pülm ärgert sich schon seit Wochen über das Einkaufswagen-Chaos vor ihrer Haustür: „Das macht mich sauer. Die verrosten hier in jeder Ecke. Seit der Rewe vor zwei Jahren eröffnet hat, stehen ständig Einkaufswagen überall auf den Wegen rum. Aber auch von den anderen Märkten nehmen die Leute einfach den Wagen mit und bringen ihn nicht wieder zurück. Vor den Supermärkten warten dann die Kunden, bis einer frei wird, da herrscht natürlich Einkaufswagen-Not“, sagt Pülm wütend.

Zu faul zum Tragen

Hausbewohner, die zu faul zum Tragen sind, nehmen die Einkaufswagen mit bis ins Wohnhaus.

Weil viele Einkäufer nicht so schwer tragen möchten, nehmen sie den Wagen vom Discounter mit nach Hause und lassen diesen dann einfach irgendwo in der Wohnsiedlung stehen. Die verlassenen Einkaufswagen werden dann von Kindern zum „Spielen” benutzt oder sie vergammeln in den Hausfluren.

Auch Anwohnerin Ramona Platz findet die Mitnehm-Mentalität einiger Nachbarn furchtbar. Die junge Mutter geht täglich im Wohngebiet spazieren und ist verärgert über den Anblick der Einkaufswagen-Kolonne. „Ich kann nicht verstehen, warum die Leute die Einkaufswagen nicht zurückbringen. Das ist ein krasses Problem hier. Außerdem sieht es asozial aus “, so die 29-Jährige.

Für Renate Pülm ist das Einkaufswagen-Chaos aber kein Dauerzustand: „Ich habe mich schon x-mal bei den ansässigen Supermärkten beschwert. Aber die interessiert das überhaupt nicht. Erst letzten Montag habe ich wieder angerufen, getan hat sich seitdem nix“, so die 63-Jährige.

Einkausfwagen-Schwund ärgert auch Discounter

Bei den Supermärkten herrscht natürlich Wagen-Not.

Bei den Discountern ist der Wagenschwund jedoch auch ein Ärgernis: „In der Tat haben wir in dieser Filiale das Problem, dass Kunden unsere Einkaufswagen vom Netto-Gelände entwenden und nicht zurückbringen. Wir sensibilisieren unsere Mitarbeiter vor Ort verstärkt darauf zu achten. Gleichzeitig sind unsere Mitarbeiter regelmäßig im Einsatz, um die Einkaufswagen auch wieder einzusammeln, was eine sehr zeit- und kostenintensive Maßnahme ist. Schließlich bedeutet der regelmäßige Schwund an Einkaufswagen auch wirtschaftliche Einbußen“, sagt Netto-Sprecherin Christina Stylianou. Auch in der Rewe-Filiale zeigt man sich kooperativ: „Wir gehen jede Woche in das angrenzende Wohngebiet und sammeln unsere Wagen ein“, erklärt Marktleiter Illias Göktas. „Erst letzte Woche haben wir 34 Stück zurückgeholt. Bei uns kamen auch schon Beschwerden, das vor dem Supermarkt keine Einkaufswagen mehr stehen, aber wir können da nichts machen.“

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