Rodgauer ärgert sich über uneinsichtige Nachbarn

Angriff auf die eigenen vier Garagen-Wände

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Zugemüllt, dass kein Auto mehr hineinpasst: Also wird auf der Straße geparkt. Das regt so manchen Autobesitzer auf, der keine Garage besitzt.

Rodgau – Garagen sind zum Parken von Autos da. Klingt simpel, nur hält sich nicht unbedingt jeder daran. Stattdessen wird die Garage als Abstellraum benutzt und das Auto auf der Straße geparkt. Von Dirk Beutel

Wer eine Garage besitzt, sie aber nur als Abstellraum benutzt, dem könnte bald Ärger bevorstehen. Denn nach einem Urteil des Darmstädter Verwaltungsgerichts im Fall eines Offenbacher Nachbarschaftsstreit s dürfen Garagen zwar leer stehen, aber nicht so zugemüllt werden, dass kein Auto mehr hineinpasst und das Fahrzeug auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt wird.

Darüber ärgern sich vor allem Nachbarn, die auf diese Stellplätze angewiesen sind und keine eigene Garage besitzen. „Besonders ärgerlich wird es, wenn so eine Familie auch noch zwei oder drei Autos hat“, sagt Günter Bunge.

Seit etwa 40 Jahren lebt der Rentner in der Grenzstraße in Rodgau-Jügesheim und beobachtet das unfaire Verhalten seiner Nachbarn, die ihre Garagen als Abstellkammer benutzen. „Das ist doch nicht richtig. Die nehmen den Autofahrern, die keine glücklichen Garagenbesitzer sind, die Parkplätze weg. Zu den Feiertagen oder wenn jemand Geburtstag feiert, wird es hier unmöglich, einen freien Platz zu finden. Da muss man gleich um den nächsten Block fahren.“

Die Behörden gehen jedem gemeldeten Fall nach

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Bunge hat die Stadt Rodgau bereits auf das Problem aufmerksam gemacht, allerdings ohne Erfolg: „Die haben nur gesagt, dass sie nicht zuständig sind.“ Als ervon dem Urteil des Darmstädter Verwaltungsgerichts erfährt, informiert er den EXTRA TIPP über die Garagen-Situation in seiner Nachbarschaft. Allein dort kenne er fünf Garagen, in denen kein Auto abgestellt werde. Tatsächlich kümmert sich die Untere Bauaufsicht des Kreises Offenbach um solche Delikte. „Es wird regelmäßig gegen die Zweckentfremdung von Garagen vorgegangen. Das geschieht in der Regel bei Anzeigen, beispielsweise durch Nachbarn oder die Städte und Gemeinden“, sagt Kreis-Sprecherin Ursula Luh. Das gilt ebenfalls in der Stadt Offenbach, wo man jeder Anzeige nachgehe. „Auch wenn das nicht ganz oben auf unserer Prioritätenliste steht, wird jeder Fall kontrolliert und der Besitzer aufgefordert, seine Garage aufzuräumen“, sagt Matthias Müller, Sprecher der Stadt Offenbach.

Je nach Verhältnismäßigkeit könnte so eine Extra-Abstellkammer auch noch teuer werden. Denn die Behörden dürfen eine Bußgeld-Strafe verhängen. „Das wird nach Einzelfall entschieden, schließlich handelt es sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit“, sagt ein Sprecher des Darmstädter Verwaltungsgerichts.

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