Reifenschlitzer wieder da

+
Wahrscheinlich mit einem Teppichmesser wurden die Reifen zerstochen.

Rödermark – Autobesitzer an der Kurt-Schumacher-Straße in Rödermark-Urberach leben in Furcht. Innerhalb der vergangenen Monate wurden dort mehrere Autoreifen zerstochen. Die Betroffenen fühlen sich hilf- und schutzlos. Von Norman Körtge

Eigentlich muss Monika Bär keine Angst haben. Denn die Rödermärkerin weiß, dass es die oder der Täter nicht auf sie persönlich abgesehen haben. Denn auch bei den Autos ihrer Nachbarn an der Kurt-Schumacher-Straße in Urberach wurden Reifen platt gestochen. Aber ihren echten Namen möchte sie nicht in der Zeitung lesen. „Ich bin alleinstehend. Da fühlt man sich bei solchen Dingen nicht so sicher“, erzählt sie.

Soll eine Bürgerwehr die Straße überwachen?

Aber Bär mag nicht mehr schweigen. Sie ist wütend. Erst seit einem Jahr wohnt sie in Urberach, aber bereits zweimal wurden ihr die Reifen an ihrem Auto platt gestochen. Das erste Mal an Weihnachten in der Kurt-Schumacher-Straße und jetzt wieder im März. Diesmal parkte ihr Auto wegen Bauarbeiten in der Georg-Alois-Rink-Straße. „So macht wohnen hier keinen Spaß“, bringt sie es auf den Punkt. Dass es auch ihre Nachbarn betrifft, ist für sie kein Trost. Denn sie muss nicht nur den Schreck verkraften, sondern auch neue Reifen kaufen. „Die Versicherung zahlt nicht“, hat Bär zu ihrem Leidwesen feststellen müssen.

Bär möchte jetzt erst einmal die Urberacher aufrütteln. „Es muss was getan werden!“, sagt sie und bringt eine Bürgerwehr oder eine Kameraüberwachung vor den Häusern ins Spiel.

Lieber einmal mehr die Politzei rufen, als einmal zu wenig

Die Nachbarschaft für die Vorfälle zumindest zu sensibilisieren, befürwortet auch Polizei-Sprecherin Andrea Ackermann. Sie bestätigt sechs beschädigte Autos im März und drei an Weihnachten. Von einer Serie möchte sie in diesem Zusammenhang aber nicht sprechen. „Dafür sind die beiden Vorfälle zu weit auseinander“, sagt sie. Allerdings habe die Polizei entsprechende Maßnahmen getroffen und behält die Gegend im Auge. „Lieber einmal mehr die Polizei rufen, als einmal zu wenig“, rät Ackermann den Urberachern, wenn sie etwa nachts Geräusche oder Gejohle auf der Straße hören.

Kommentare