Reifenklau: Aufgebockt und abgeschraubt

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Immer öfter werden auf der Straße geparkte Autos im Main-Taunus-Kreis zum Ziel von Reifendieben.

Taunus – Immer mehr Autobesitzer in den Städten und Gemeinden im Main-Taunus-Kreis werden Opfer von Reifendieben. Vor allem auf der Straße geparkte Fahrzeuge scheinen es den Tätern angetan zu haben. Von Dirk Beutel

Der Schock kommt meist am frühen Morgen. Dann, wenn sich viele Pendler mit dem Auto auf den Weg zu ihrer Arbeit machen wollen. Doch da kommen anscheinend immer weniger Menschen aus dem Main-Taunus-Kreis an. Denn in den vergangenen zwei Wochen verzeichnete die Polizei einen ungewöhnlichen Anstieg von Reifendiebstählen. Die Vorgehensweise: Die Diebe bocken die Autos nachts auf, schrauben die Reifen in windeseile ab und setzen die Fahrzeuge auf Pflastersteinen ab. Danach verschwinden die Ganoven mit ihrer Beute spurlos.

Vor allem in Hattersheim haben die Reifendiebe besonders gerne zugeschlagen. Zuletzt in der Nacht zum Mittwoch. Die Täter klauten an einem grauen VW Golf V alle vier auf Stahlfelgen montierten Winterreifen. Der Wert der Kompletträder wird auf 1500 Euro beziffert. Ähnlich hoch dürfte der Satz Reifen eines schwarzen Audis A4 gewesen sein, den Reifendiebe am 29. November in der Eppsteiner Straße ins Visier genommen hatten. Bereits in der Nacht vom 20. zum 21. November schraubten die Ganoven die Felgen samt Reifen eines in der Hauptstraße abgestellten Honda Civic abund ließen den Wagen aufgebockt zurück. Schadenshöhe: 2200 Euro. Auch in Kelkheim haben Reifendiebe Ende November zugeschlagen: In der Frankenallee wurde ein weißer BMW beraubt. Ebenso wie ein Mercedes in der Hornauer Straße.

Ohnehin ist der Main-Taunus-Kreis ein beliebtes Ziel für Diebe. Ihnen kommen vor allem die guten Verkehrsverbindungen zugute, alleine 54 Autobahnanschlüsse gibt es im Kreis. Bislang im Focus der Täter: Büros, Autos und Wohnungen. Doch dass nun nicht mal mehr montierte Autoreifen sicher sind, das ist auch für die Polizei neu: „In dieser Häufigkeit ist dies einzigartig“, sagt Polizeisprecher Andreas Beese. Ob es sich um die Taten einer organisierten Bande oder um Einzeltäter handelt ist bislang unklar. Noch tappt die Polizei bei der Ermittlung im Dunklen.

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